Wunderschöner Weihnachtsabend in der Max-Reger-Halle von Terroranschlag überschattet
Realität holt Siegfried Rauch ein

Alpenländische Weihnacht in der Max-Reger-Halle. Bilder: uz (2)

Lastwagen rast in Berliner Weihnachtsmarkt! Noch auf dem Heimweg holt einen die bittere Realität ein und der wunderschöne, besinnliche Abend in der Max-Reger-Halle hat seine Stimmung verloren. Schade!

Was hatten "Traumschiff"-Kapitän Siegfried Rauch und seine musikalischen Mitstreiter nicht alles gegeben, um den Besuchern vor den Festtagen diesen wunderschönen, adventlichen Rahmen zu schenken? Gemeinsam mit den Tegernseer Alphornbläser, der Familienmusik Servi und dem jungen Tenor Sandro Schmalzl verzauberte der Schauspieler sein andächtig lauschendes Publikum mit Geschichten und adventlichen Weisen, die im berühmtesten aller Weihnachts- und Friedenslieder ihren Höhepunkt fanden, nämlich in Franz Xaver Grubers und Joseph Mohrs 1818 in Österreich komponiertem "Stille Nacht".

Gespielt und gesungen wurden nicht nur "Sierra Madre", "Adeste Fideles" oder der "Andachtsjodler". Die Servi-Family interpretierte auch ihre Version von der Titelmusik aus dem tschechischen Kultfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Sehr angenehm fiel Tenor Schmalzl in seinem 18.-Jahrhundert-Outfit auf. Ihm verdankten die 500 Besucher Lieder wie "Tauet Himmel" und "Davids Stadt".

Kapitänsmütze stand ihm

Siegfried Rauch, der alte Schauspieler-Haudegen, plauderte nicht nur über seinen Christbaum-Klau auf dem Nachbargrundstück seines Lieblingsbauers oder über Kindheitserlebnisse unterm Tannenbaum. Nein, er erzählte seinen Fans auch, wie ihn Wolfgang Rademann weiland zum Traumschiff-Kapitän machte, weil ihm unter 15 Mitkonkurrenten halt einfach die Kapitänsmütze am besten stand.

Er berichtete, wie er beim ersten Drehtag von den Ausmaßen des Schiffes überfordert, in Kapitänsuniform völlig verblüffte Passagiere nach dem Weg zur Kommandobrücke fragte und wie man am ineffektivsten Whiskey-Saufen mit Kuchenbacken vermischt. Dass Rauch einer der ganz Großen im deutschen Filmgeschäft ist, machte eine Episode aus seinem Schauspielerleben deutlich. 1971 stand er mit Hollywood-Star Steve McQueen für den Film "Le Mans" vor der Kamera. Seitdem verband die beiden eine Freundschaft, die bis zum Tod des US-Schauspielers andauerte. Nun begab es sich, dass McQueen unbedingt Taufpate von Rauchs Sohn sein wollte. Leibspeise: Sauerkraut. Es folgte eine Gegeneinladung nach Hollywood. Familie Rauch sollte Weihnachten mit den McQueens feiern.

Als Geschenk hatte man sich einen bayerischen Tannenbaum ausgesucht, der allerdings den amerikanischen Zoll und Quarantäne-Wahn nicht ganz unbeschädigt überstand. Am Ende überreichten die Rauchs Steve McQueen einen krummen, fast nadellosen "Stirl", was den Hollywood-Star natürlich zur Frage veranlasste, ob denn in Bayern alle Christbäume so aussähen. Am Ende der anderthalbstündigen Veranstaltungen standen Rauch und Kollegen den Fans im Foyer für Autogramme und gemeinsame Fotos zur Verfügung.
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