12.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Appell: Kauft beim Bäcker

Es ist nicht nur der Nachwuchsmangel, sondern auch die Konkurrenz der Discounter sowie der zunehmende Umfang von Rechtsvorschriften: Im Nahrungsmittelhandwerk ist die Situation für den selbstständigen Handwerksmeister sehr schwierig geworden.

Über Goldmedaillen der Bäckerinnung freuen sich (von links) Obermeister Wolfgang Schmid, Staatspreisträger Sebastian Wellnhofer sowie die Bäckermeister Klaus Grünbauer und Andreas Brandstätter. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Die Frühjahrsversammlung der Bäckerinnung Nordoberpfalz machte dies deutlich. Demnach gebe es immer weniger traditionelle Bäckereien, die von selbstständigen Bäckermeistern betrieben werden. "Ich appelliere an die Bevölkerung: Kaufen Sie doch bitte beim Bäcker ein", sagte Christa Neubauer-Kreutzer, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. Und sie fügte hinzu: "Wir müssen in der Öffentlichkeit das Bewusstsein stärken, wie wichtig Bäckereien für die Gesellschaft sind."

Noch 56 Mitgliedsbäcker

Anlass zu diesem Appell war der Bericht von Obermeister Wolfgang Schmid. Er rechnete vor, dass innerhalb von 20 Jahren die Zahl der Bäckereien in der Innung sich mehr als halbiert habe: "Aktuell zählt die Innung noch 56 Mitgliedsbäckereien." Vor 20 Jahren wären es noch 120 gewesen, berichtet Schmid. Auch die Nachwuchssituation macht dem Obermeister wenig Hoffnung. Gerade einmal zwölf Prüfungsteilnehmer seien zur nächsten Gesellenprüfung angemeldet. Den Bäckereien empfahl Schmid, Unterstützung der Innung in Anspruch zu nehmen.

Neue Datenschutzregeln

Ein weiteres Thema, das Aufgaben für die Bäckereien auslöse, ist für Schmid die am 25. Mai in Kraft tretende EU-Datenschutzregelung. Sie betreffe auch das Alltagsgeschäft in der Bäckerei, wie das Erstellen von Rechnungen. Dennoch empfahl Schmid, "nicht in Panik zu verfallen, aber die Vorgaben zu erfüllen". Beginnen solle man mit dem Anlegen eines Datenschutzrichtlinienordners und der Bestimmung eines Datenschutzbeauftragten. Wenn Bilder von Mitarbeitern auf Internetseiten stünden, sei das Einverständnis unbedingt einzuholen. Über Einzelheiten werde bei einer Schulungsveranstaltung im Handwerkerhaus am Dienstag, 17. April, informiert. Die Teilnahme werde dringend empfohlen.

Ehrungen bildeten den Abschluss der Versammlung. So zeichnete die Bäckerinnung Nordoberpfalz Innungsmitglied und Bäcker Sebastian Wellnhofer aus Winklarn dafür aus, dass er vom bayerischen Landwirtschaftsminister bereits zum zweiten Mal den Staatsehrenpreis für das bayerische Bäckerhandwerk erhalten hatte. Wellnhofer gehört auch in diesem Jahr zu den fünf Backbetrieben, die von der Innung eine Goldmedaille für mehrmaliges, besonders erfolgreiches Abschneiden bei der Brotprüfung erhielten.

Ebenfalls mit dabei waren die Bäckerei Brandstätter aus Teunz, die Bäckerei Grünbauer aus Mantel, die Holzofenbäckerei Schmid aus Kulmain sowie das Backhaus Kutzer aus Konnersreuth.

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