01.10.2017 - 16:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Aus nach 35 Jahren: Rosi schließt ihr Ladl

Anfang August 1982 eröffnet Rosi Gruhle ihr Geschäft. Viele Weidener können sich die Innenstadt nicht mehr ohne "Rosis Altstadt-Ladl" vorstellen. Doch sie müssen es.

Ihre Kunden wird Rosi Gruhle sehr vermissen, sagt sie. Mit vielen verbinde sie eine sehr gute Beziehung. Ihr "Altstadt-Ladl" schließt die 62-Jährige Ende des Jahres. Am 2. Oktober beginnt der Räumungsverkauf. Bild: Schönberger
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Nach 35 Jahren ist Ende Dezember Schluss. Nach einer Krankheit möchte die Inhaberin nicht mehr weitermachen. "Wenn man so einen Dämpfer bekommt, sieht man viele Dinge anders", sagt die 62-Jährige.

Sie wolle mehr auf sich selber schauen und auf die Familie. Mit ihrer Mutter Emmy Forster, die im Januar 90 Jahre alt wird, arbeitet sie jeden Tag zusammen. Die Mutter hilft bei der Buchhaltung. "Aber da sehen wir uns auch meistens nur zwischen Tür und Angel." Emmy Forster fand die Entscheidung Gruhles im ersten Moment nicht so gut. "Meine Mutter ist noch total fit. Aber auch sie hat dann eingesehen, dass das für uns alle das Beste ist."

Der Räumungsverkauf startet am 2. Oktober. Bis 23. Dezember haben die Kunden dann Zeit, bei reduzierten Preisen in der Türlgasse 17 einzukaufen. Noch bis 29. Dezember ist Gruhle in ihrem Laden erreichbar, um sich zu verabschieden. Das ist ihr wichtig. "Ich habe zu vielen meiner Kunden eine sehr gute Beziehung."

"Rosis Altstadt-Ladl" zählte viele Jahre lang zu den größten Devotionaliengeschäften in der Oberpfalz. 1982 eröffnete Gruhle ihren Laden am Unteren Markt in den ehemaligen Räumen von Büromaschinen Stegmayer. Erst verkaufte sie ihr eigenes Kunstgewerbe, doch nach und nach spezialisierte sie sich auf religiöse Artikel. In den 1980er Jahren vergrößerte sie ihr Sortiment und zog nach aufwendigen Sanierungen ins Gebäude Unterer Markt 16 ein. Dort arbeitete und lebte sie mit ihrer Familie viele Jahre lang. 2008 stand der letzte Umzug in die Türlgasse an. Im Frühjahr 2017 erkrankte sie. "Es fällt mir schwer, mich nach so langer Zeit von meinen lieben und treuen Kunden zu verabschieden", sagt sie.

Viele werden wohl auch die Mitarbeiterinnen vermissen, mit denen Rosi Gruhle ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis hat. "Über 20 Jahre waren sie eine wichtige Stütze in allen Lebenslagen." Von den Kunden hätten sie den liebevollen Spitznamen "Lotto-Feen" bekommen. Sie werden in der Lotto-Annahmestelle, die Gruhle verkauft, eine Anstellung finden. Zu einer Nachnutzung der angemieteten Räume in der Türlgasse kann sie nichts sagen.

Feinkost bis 2020

"Ja, wir hören auf", bestätigt Agnes Günter auf Anfrage. "Aber erst in drei Jahren." Dann nämlich endet der Mietvertrag von "Feinkost Günter", den sie mit ihrem Mann Martin seit 1983 betreibt. Das würde sich einfach gut ergeben. 2020 läuft der Mietvertrag aus, im gleichen Jahr feiert Martin Günter den 65. Geburtstag. Bis dahin gibt es noch Delikatessen in der Türlgasse (blu)

 

 

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