BAM mit Hightech weiter auf rasantem Wachstumskurs
3-D-Technologie kein Fremdwort

Der besondere 3-D-Drucker bei der Firma BAM bewerkstelligt sogar die beweglichen Teile in diesem Demo-Modell für ein Fahrzeug-Getriebe. Bilder: cf (3)

Ein Sondermaschinenbauer wird dreidimensional - und knüpft dazu eine regionale Allianz. Die Firma Encee aus Kümmersbruck (Amberg) sorgt für Hochtechnologie beim Unternehmen BAM in Weiden - und damit für ein Alleinstellungsmerkmal.

Weiden/Kümmersbruck. Mehr als eine Million Euro steckt der Sondermaschinenbauer und Präzisions-Hersteller BAM in den kompletten Aufbau einer "additiven Fertigung". Hinter dem etwas abstrakten Begriff steht die Installation von hochmodernen 3-D-Druckern - quasi als Ergänzung zur klassischen Zerspanung. "Dieser Maschinenpark für die additive Fertigung ist in dieser Ausführung deutschlandweit einzigartig", betont Sebastian Trummer, Vertriebsleiter von Encee CAD/CAM Systeme aus Kümmersbruck.

Mit den insgesamt fünf Hightech-Geräten ist BAM in der Lage, Kleinserien und Prototypen von komplexen Bauteilen so herzustellen, dass sie plastisch und haptisch erfahrbar werden, erläutert Geschäftsführer Marco Bauer: etwa Teile für Produktionsanlagen und Roboter oder auch Designmuster und Fahrzeug-Interieur. Die 3-D-Drucker vom Weltmarktführer Stratasys fertigen in 360 000 (!) Farbnuancen und in 8 unterschiedlichen Kunststoff-Härtegraden. "Die Geräte können sogar Carbonfaser-verstärktes Polyamid verarbeiten", erklärt Sebastian Trummer.

Erst im Jahre 2010 gründete Marco Bauer im jugendlichen Alter von 24 Jahren die Firma BAM. Zunächst in Altenstadt/WN angesiedelt, hat sie heute in Weiden-West auf 4300 Quadratmetern ihren Sitz in den Räumlichkeiten der ehemaligen Batteriefabrik Sonnenschein. Das enorm expandierende Unternehmen zählt aktuell 62 Beschäftigte; fast monatlich kommen zwei bis drei neue Mitarbeiter dazu. "Geld ist nicht alles, die Arbeit muss Sinn machen", sagt Bauer zum allgegenwärtigen Thema Facharbeiter-Mangel. Hinter der BAM steht seit August 2017 als Finanzinvestor Peter Unger. Seine Beteiligung erlaubt der BAM die Fortsetzung ihres rasanten Wachstumskurses.

Dominik Kraus, Bachelor of Engineering (OTH Amberg-Weiden, Studiengang Maschinenbau mit Fachrichtung Kunststofftechnik), leitet die additive Fertigung. Der 31-Jährige spricht begeistert von einem "höchst innovativen" Arbeitsplatz. Kunden der BAM können auf einer Online-Plattform die gewünschten 3-D-Modelle hochladen und gleich die Preise in Echtzeit berechnen.

Sechsmonatige Testphase

"Wir haben für dieses Projekt bewusst Encee als Partner gewählt", unterstreicht Geschäftsführer Bauer. "Gerade in Zeiten der Digitalisierung muss man auf lokaler Ebene zusammenarbeiten", meint Encee-Vertriebsleiter Sebastian Trummer. Das 1995 gegründete Systemhaus biete hervorragenden Service. Encee decke die gesamte Produkt-Entstehungskette in der additiven Fertigung ab.

In Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden steht nun eine sechsmonatige Testphase der 3-D-Drucker an. Neue BAM-Mitarbeiter können die 3-D-Technik - im wahrsten Sinne des Wortes - schon mal am eigenen Leib ausprobieren: Sie werden figürlich eingescannt und bekommen dann ihr Körper-Ego als Kunststoff-Miniatur geschenkt.
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