20.10.2017 - 19:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Baubeginn eventuell noch dieses Jahr Ärztehaus am Klinikum

Wo früher braune Mönchskutten das Bild dominierten, wird es künftig immer weißer. Auf dem ehemaligen Augustinergelände soll neben der Palliativstation ein Ärztehaus entstehen. Der Bau könnte noch dieses Jahr losgehen.

An der Gabelsbergerstraße gegenüber dem Stadtfriedhof wollen fünf Ärzte ein gemeinsames Domizil bauen. Zuvor muss kommende Woche der Bauausschuss grünes Licht für das Vorhaben geben. Bild: Schönberger
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Hinter dem Projekt stehen Privatinvestoren, die dafür eigens eine GmbH gegründet haben. Sie nennen sich "BBKLS Vermögensverwaltung". Dahinter stehen fünf Ärzte aus der Region. Möglicherweise deuten die Lettern BBKLS auf die Anfangsbuchstaben der Gesellschafter hin, doch das ist bislang reine Spekulation.

Diese Woche wurde der Notariatsvertrag besiegelt, bestätigt Maximilian Burger von der renommierten Münchner Wirtschaftskanzlei Heussen, die in Weiden mit der Kanzlei Rittmann zusammenarbeitet. Burger selbst ist Augustinus-Absolvent und ehemaliger Seminarist. Die Eckdaten des Vorhabens: ein vierstöckiges Ärztehaus auf 1500 Quadratmetern Nutzfläche mit sechs Fachrichtungen und Apotheke. Letztere soll die Filiale eines alteingesessenen Apothekers werden. Die Bausumme bewegt sich laut Burger im "mittleren einstelligen Millionenbereich".

Wenn das Wetter mitspielt, könnte heuer noch die Bodenplatte aufgebracht werden. Mitte 2019 soll das Haus bezugsfertig sein. Welche Fachärzte es beherbergt, sei noch nicht endgültig klar. "Auf jeden Fall aber Kinderarzt und Urologie", verrät Burger. "Es kommen große Weidener Praxen, die mit dem Klinikum kooperieren." Einige sind Gesellschafter, andere mieten sich ein. "Wir haben einen gewissen Konkurrenzschutz in den Vertrag eingebaut", sagt Prokurist Manfred Tretter von der Kliniken AG, der Grundeigentümerin, dazu. Denn das ist der Sinn des Ganzen: Die niedergelassenen Ärzte sollen die Einrichtungen der Kliniken Nordoberpfalz AG, etwa MRT-Geräte, mitbenutzen können und umgekehrt.

Die Kliniken Nordoberpfalz könnten dank des Ärztehauses weiter ein breites Spektrum anbieten und ihre Finanzen schonen. "Ambulant und stationär werden immer mehr verzahnt", unterstreicht Tretter. Denn der Medizinische Dienst der Kassen steigt den Krankenhäusern heftig auf die Füße, wenn sie jemanden in einem Bett aufnehmen, der ambulant behandelt werden könnte. Sprich: Dafür fließt kein Geld.

Die Tendenz geht folglich dahin, dass in Krankenhäusern immer häufiger nur die Schwerkranken landen. Deswegen unterhält die Kliniken AG für ambulante Patienten bereits Medizinische Versorgungszentren, etwa in Tirschenreuth. Nächste Woche berät der Bauausschuss über das Ärztehaus. Die Pläne fertigt das Büro Rauh und Müller. (Angemerkt)

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