29.12.2017 - 15:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bauunternehmer aus Neunburg steigt in Weiden ein Josefshaus verkauft

Harald Rippl will das Josefshaus verkaufen. Lange verhandelt er mit einem bundesweit im sozialen Wohnungsbau tätigen Großinvestor. Doch zum Zuge kommt Turgut Abatay, Bauunternehmer aus Neunburg vorm Wald. Kurz vor Weihnachten unterschreibt er den Kaufvertrag.

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Über den Kaufpreis ist - wie üblich - Stillschweigen vereinbart. Rippl nennt die Summe "fair für beide Seiten". Im Exposé vom Herbst 2016 wurden überschaubare 690 000 Euro aufgerufen. Dabei waren Abbruchkosten in Höhe von 250 000 Euro bereits berücksichtigt. Für einen Hotel-Neubau mit 80 bis 90 Zimmern auf 4-Sterne-Niveau hatte sich damals zwar ein Betreiber, nicht aber ein Investor finden lassen.

Turgut Abatay habe mit mehreren Projekten - in der mittleren Oberpfalz - bewiesen, "dass er es kann", betont Harald Rippl. Er hofft, dass er das Josefshaus in gute Hände übergeben hat. Das Areal solle möglichst schnell wieder genutzt werden. "Gleich wie. Das ist dann einzig Sache des neuen Besitzers."

Er selbst sei froh, dass er das Kapitel Josefshaus schließen könne. In der 21-jährigen "Beziehung" zwischen Familie Rippl und Josefshaus habe es nämlich nicht nur schöne Stunden gegeben. Bereits seit Sommer 2016 hatte er nach zahlreichen Überlegungen über eine Revitalisierung unter neuer Flagge die Immobilie zum Kauf angeboten. Um den neuen Eigentümern alle Optionen zu ermöglichen, habe er alle Mietverträge (Architekturbüro, Tanzschule und Hotel Josefi) gekündigt und das Josefshaus komplett räumen lassen. Er selbst verlegte seine Firmenzentrale an den Unteren Markt.

Selbst überrascht

Relativ überrascht ist offenbar der neue Eigentümer, dass er beim Tauziehen um das Josefshaus zum Zuge kam. "Ich hab' wirklich noch kein Konzept, was wir damit machen wollen. Ich überleg' und bin für alles offen. Mir läuft aber auch nichts davon." Mit seinem Architekten und Immobilien-Spezialisten werde er die weitere Nutzung der Gebäude sowie die entsprechenden notwendigen Investitionssummen klären. "Wir werden abklären, was sinnvoll ist, und dann genau rechnen, wie viele Millionen Euro wir dafür brauchen."

Abbruch und Neubau seien dabei nicht die einzige Option, betont Turgut Abatay. "Mir war wichtig, mir zunächst die Fläche zu sichern." Die 2470 Quadratmeter an Asyl- und Sedanstraße befänden sich nämlich in hochinteressanter Lage, die unterschiedliche Nutzungen zulasse. "Ich lass' mich gern beraten. Wer eine gute Idee hat, soll sich einfach melden", sagt der 47-Jährige, der 1994 seinen Baubetrieb gründete und derzeit durchschnittlich 35 Mitarbeiter beschäftigt. Das Josefshaus erwirbt er allerdings als Privatinvestor.Für viele Weidener verbinden sich mit dem Josefshaus Erinnerungen an glanzvolle Feste, heitere Faschingsveranstaltungen, qualitätsvolle Musik- und Theateraufführungen, betont Stadtarchivarin Petra Vorsatz. Sie hat auf Bitten von Oberpfalz-Medien eine "kleine Geschichte" des Josefshauses geschrieben:

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