05.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Commerzbank-Niederlassung Weiden größte flächendeckende Privatbank der Oberpfalz Bei langfristigen Kreditzinsen Talsohle erreicht

Weiden/Amberg. "Die Talsohle bei den Kreditzinsen ist erreicht", prognostiziert Sebastian Hackl. Er leitet die Commerzbank-Niederlassung Weiden. Mit 21 Filialen ist sie die größte flächendeckende Geschäftsbank der Oberpfalz. Hackl rechnet mittelfristig aber nur mit "marginalen Zinserhöhungen": "Bei zehnjährigen Finanzierungen steht noch die Eins vor dem Komma."

"Die Oberpfalz ist das bessere Bayern", betont erneut Commerzbank-Niederlassungsleiter Sebastian Hackl, gebürtig in Oberbayern. Rechts Firmenkunden-Chef Horst Schmidt aus Amberg. Bild: cf
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Die schwindenden Margen angesichts der Niedrigstzinsen will die Commerzbank durch ambitioniertes Wachstum auffangen. Diese mit durchgreifender Digitalisierung und gleichzeitiger "Qualität in der persönlichen Beratung" einhergehende Strategie scheint aufzugehen. Nach Überzeugung von Hackl hält der Veränderungsdruck in der Bankenlandschaft "unverändert an".

105 000 Kunden

Für 2018 erwartet Hackl erstmals wieder eine Dividende für die in der Vergangenheit gebeutelten Aktionäre. Die Commerzbank hält vor diesem Hintergrund an dem seit 2006 eingeführten kostenlosen Girokonto und an ihrem Filialnetz fest. In den Landkreisen Tirschenreuth, Schwandorf, Neustadt/WN und Amberg-Sulzbach sowie in den kreisfreien Städten Amberg und Weiden zählt die Commerzbank-Niederlassung 105 000 Kunden: rund 530 - netto - mehr als 2016. Der Zuwachs entspricht mehr als 3000 neuen Konten.

Die Niederlassung verwaltet in der Region inzwischen Assets in Höhe von 1,4 Milliarden Euro (plus 7,5 Prozent). Die Kunden investierten hier 70 Millionen Euro neu in Wertpapiere. Hackl: "Auch 2018 sind Wertpapiere dem Sparschwein überlegen." Ohne tragbares Risiko gebe es keine Rendite. Der Commerzbanker rechnet vor, dass 2017 eine "konservativ gemanagte" Vermögensverwaltung eine Netto-Rendite von 3,2 Prozent erzielte. Ein großes Stück vom Kuchen schnitt die Niederlassung Weiden beim "Immobilien-Boom" ab: Das Neugeschäft der Immobilien-Finanzierungen belief sich im vergangenen Jahr auf 110 Millionen Euro.

Internationale Vernetzung

Angesichts der globalen Vernetzung der Commerzbank mit 50 ausländischen Strandorten kommt der Niederlassung Weiden die zunehmende Internationalisierung des exportstarken Mittelstands der Region entgegen. Horst Schmidt, verantwortlich für das Firmenkundengeschäft, freut sich über den "markanten" Zugewinn von 90 neuen Kunden. Er möchte diese Unternehmer-Klientel mit einem Jahresumsatz zwischen 15 und 100 Millionen Euro "noch weiter ausbauen". Die Niederlassung Weiden betreut inzwischen 1300 Firmenkunden. Schmidt: "Wir sind der führende Finanzierer des Mittelstands."

Horst Schmidt unterstreicht, dass die Commerzbank ihren Firmenkunden umfassende Dienstleitung aus "einer Hand" bieten kann, und bei Großkrediten nicht auf Co-Finanzierungen durch Konsortialbanken angewiesen sei. Immer wichtiger würden für die regionalen Firmen die internationalen Compliance-Themen und Währungssicherungen.

Nachdem die Unternehmen prächtig verdienen und ihre Investitionen meist aus dem Cashflow finanzieren, herrscht beim Kreditneugeschäft mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro erstmals seit Jahren eine gewisse Stagnation.

Es gibt ein Überangebot an Krediten: Um das geringere Volumen raufen sich alle.Horst Schmidt, Niederlassungsleiter Firmenkunden
Wir wachsen da am besten, wo sich andere zurückziehen.Sebastian Hackl, Niederlassungsleiter Commerzbank Weiden/Amberg

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