26.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das Börsengeschehen zum Jahresausklang Von Euphorie weit entfernt

Die Börsenampeln stehen weiter auf Grün. Die Weltkonjunktur nimmt stetig Fahrt auf und die Geldversorgung weltweit ist extrem expansiv. Sowohl die amerikanische Notenbank FED und die japanische Notenbank, als auch die EZB agieren weiter expansiv. Da die EZB, im Gegensatz zu vielen deutschen Bürgern, die Inflation immer noch als zu schwach ansieht, wird sie ihre Politik beibehalten. Die monatlichen Anleihekäufe werden zwar reduziert, dafür jedoch zeitlich ausgedehnt. Daher werden die Zinsen noch lange nahe Null bleiben oder sogar leicht negativ tendieren.

von Externer BeitragProfil

Wenn der deutsche Sparer dann noch die Inflation berücksichtigt, verliert sein Vermögen stetig an Wert. Daher sind Zinsanlagen unattraktiv. Hintergrund der EZB-Politik ist natürlich die politisch motivierte günstige Finanzierung der südlichen Euroländer. Die Wirtschaft entwickelt sich in der gesamten Eurozone - angetrieben vom deutschen Exportmotor und der starken Inlandskonjunktur - sehr gut. Zusammen mit der expansiven Geldpolitik erhalten die Aktienmärkte daher gute Unterstützung. Der Euro dürfte stabil bleiben, da wieder Geld vermehrt nach Europa strömt.

Die massiven Steuersenkungen in den USA werden die Märkte weiter befeuern. Die USA bleiben der Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft. Auch Asien entwickelt sich wieder gut und nicht einmal das Politik-Theater in Berlin kann die starke deutsche Wirtschaft und die Stimmung dämpfen. Die großen Europäischen Konzerne, aber auch die ganzen mittelständischen Unternehmen, verdienen sehr gut und auch der erstarkte Euro wird daran kaum etwas ändern. Die Produkte, die in die Welt exportiert werden, werden gebraucht, auch wenn sie etwas teurer werden.

Die Bewertung der großen europäischen Konzerne ist im historischen Durchschnitt. Das dürfte eine gute Grundlage für weiter steigende Aktienkurse sein. Aufpassen sollte der Investor bei mittleren und kleinen Unternehmen an der Börse. Diese sind teilweise sehr ambitioniert bewertet. Sollte sich deren Gewinnsituation verschlechtern, drohen deutliche Rückschläge.

Da enorme Liquidität vorhanden ist, sollten die Märkte weiter positiv laufen, doch dürften die temporären Rückschläge in den nächsten Jahren wieder etwas zunehmen. Gefährlich wird es erst, wenn allseits Euphorie um sich greift. Doch davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt.

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