25.04.2018 - 12:26 Uhr
Oberpfalz

eCommerce-Nacht an der OTH kommt an "Google ist nicht alles"

Immer mehr Online-Händler drängen auf den Markt. Experten schätzen, dass nur die Hälfte davon auf Dauer überleben wird. Um mithalten zu können, müssen sie die Bedürfnisse ihrer Kunden genau kennen.

Nur wenige Plätze bleiben bei der eCommerce-Nacht im Hörsaal der OTH leer. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Die 7. eCommerce-Nacht in den Räumen der OTH stand ganz im Zeichen des immer schneller werdenden Wandels im elektronischen Handel. Fotopuzzle.de-Chef Norbert Weig und OTH-Professor Marco Nierschl hatten ein spannendes Vortragsprogramm zusammengestellt.

Breiten Raum nahm der Vortrag von Eric Kubitz von der Contentmanufaktur GmbH ein. Kubitz ist Experte für die Gestaltung von Internetseiten und Suchmaschinenoptimierung (SEO). In Deutschland gebe es 440 000 Internetseiten von Online-Händlern, rechnete er vor. "Alle wollen bei Google auf Platz 1." Die Zeiten, in denen dies durch richtige "Keywords", passende Überschriften und Texte bei der Gestaltung des Internetauftritts hauptsächlich möglich gemacht werden konnte, seien vorbei. "Heutzutage geht es um den Nutzer", stellte Kubitz fest und deutete an, dass derjenige am erfolgreichsten ist, der die Bedürfnisse des potenziellen Kunden am besten erkennt. Dies würde auf das "Ranking" bei Google Einfluss ausüben.

"Google weiß immer mehr von uns", sagte Kubitz, und könne deshalb auch jede Internetseite daran messen, ob sie den Bedürfnissen des Einzelnen entspricht. Fehler entstünden oftmals dadurch, dass Webseiten von Experten gestaltet würden, die Nutzer jedoch über wenig Interneterfahrung verfügen. Aber: "Google ist längst nicht mehr alles." Der Unternehmensauftritt in anderen Plattformen, Kanälen und sozialen Netzwerken nehme an Bedeutung immer mehr zu.

Im Vortrag von Manuela Paul vom Institut ibi research der Universität Regensburg ging es um die Gestaltung von Online-Shop-Auftritten für Frauen als Kunden. "Frauen gehen shoppen ohne konkrete Kaufabsicht, Männer eher nicht", stellte die Referentin fest. Dann stellte sie wissenschaftliche Untersuchungen über das unterschiedliche Kaufverhalten von Männern und Frauen vor. So kaufen Frauen, gemessen am Umsatz, im Internet rund doppelt so viel Bekleidung wie Männer. Genau umgekehrt ist es bei der Elektronik. "Frauen benötigen mehr Zeit für eine Kaufentscheidung und beraten sich gerne darüber mit Bekannten und Freunden." Auch würden Frauen eher vorausschauend und auch für andere einkaufen und seien aufgeschlossener gegenüber Zubehör und Zusatzprodukten, sagte Paul.

Online-Shop-Auftritte für Frauen sollten in Text und Farbe emotional und positiv gestaltet sein, so die Expertin. "Kryptische Produktbeschreibungen" sollten vermieden werden. Frauen lassen sich gerne inspirieren durch Kaufempfehlungen.

Ein weiterer Vortrag zielte auf die Erfahrungen mit dem sogenannten "Influencer Marketing" ab, der indirekten Werbung über Bezugspersonen. Svenja Schwan (fotopuzzle.de) sprach über dieses Thema. Wichtig sei es zu überlegen, "welche Influencer passen zu mir?". Sie empfahl auch den persönlichen Kontakt. Wenig Aussagekraft hätte die absolute Zahl der Follower.

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