Elektroniker für Informationstechnik können beides – Beruf mit Zukunft
Handwerk und IT

An der Schnittstelle: Seine Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik absolviert Samuel Tretter beim Elektronikkonzern Rohde und Schwarz. Bilder: dpa (2)
 
Learning by doing: An solchen Ausbildungsleiterplatten lernen angehende Elektroniker für Informations- und Systemtechnik alle wichtigen Handgriffe ihrer Profession.

Ob Alarmanlagen, Lichtmaschinen für das Auto oder Messgeräte: Die Komplexität vieler elektronischer Systeme nimmt zu. In Wohnhäusern lassen sich Jalousien inzwischen per Smartphone steuern. Um diese elektronischen Systeme zu entwickeln, zu installieren und zu warten, braucht es Fachleute: Sie müssen sich einerseits mit klassischer Elektrotechnik auskennen, gleichzeitig aber auch programmieren können.

"Flexibler Beruf"

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik. "Ein unglaublich flexibler Beruf", findet Samuel Tretter (20), der vor Kurzem mit seinem dritten Lehrjahr begonnen hat.

Im ersten Lehrjahr stehen die Grundkenntnisse der Elektronik im Vordergrund. In der Lehrwerkstatt lernte Tretter zum Beispiel zu löten. Das ist unter anderem gefragt, wenn Bauteile auf einer Platine, also einer Leiterplatte für elektronische Bauteile, angebracht werden müssen. Dazu kam Theorieunterricht, um zu verstehen, wie die in der Praxis angebrachten Bauteile im Zusammenspiel funktionieren. Im Laufe der weiteren Ausbildung wird es dann immer komplexer. "Zum einen arbeitet man ab dem zweiten Lehrjahr in den Fachabteilungen an Hightech-Geräten und zum anderen ist man in der Programmierung von Software tätig", sagt Tretter.

Mindestens Realschule

Durch die verschiedenen Komponenten in der Ausbildung sei der Beruf für die Zukunft gut aufgestellt, sagt Rainer Hohenstatt, Ausbildungsleiter bei der Firma Bosch. Systeme würden immer häufiger mit dem Internet vernetzt. "Der Elektroniker für Informations- und Systemtechnik kann sowohl etwas installieren als auch programmieren." Damit hätte dieser Beruf "tolle Chancen, sich zu entwickeln."

Besonders viele Jugendliche werden in dem Beruf bislang nicht ausgebildet: Nach den jüngsten Zahlen von 2014 haben zuletzt 120 Jugendliche den Ausbildungsvertrag neu abgeschlossen. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor.

Angehende Azubis sollten gute Noten in den Naturwissenschaften sowie in Mathe mitbringen, sagt Gert Zinke vom BIBB. Zwar ist ein bestimmter Schulabschluss nicht vorgeschrieben, doch viele Betriebe erwarten zumindest einen Realschulabschluss. Sorgen um einen Arbeitsplatz müssten sich fertig ausgebildete Elektroniker für Informations- und Systemtechnik in der Regel nicht machen, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit: "In der gesamten Branche werden Fachkräfte gesucht."

Durchhaltevermögen

Der Großteil der Azubis beginnt die Ausbildung nach dem mittleren Schulabschluss (57 Prozent), viele haben das Abitur (32 Prozent). Im Vergleich zu anderen Berufen sei das Gehalt während der Ausbildung oft außergewöhnlich hoch, sagt Paul Ebsen. Im ersten Jahr kann die Vergütung bei monatlich rund 900 Euro liegen und bis zum vierten Jahr auf etwa 1100 Euro steigen. Es kann aber auch deutlich weniger sein.

Was bei der Arbeit mit Elektronik gefragt ist: ganz viel Durchhaltevermögen. Die Experten sind zum Teil auch beim Bau von Prototypen im Einsatz. "Es kann vor allem zu Beginn vorkommen, dass man kleine Fehler in eine Baureihe einbaut. Wenn das Gerät dann schon zehn Mal produziert ist, muss der Fehler auch zehn Mal repariert werden", sagt Tretter. (dpa)
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