Erfolgreich auf schwierigem Markt
Schöninger auf Nummer sicher

Unternehmenschef Tilmann Schöninger (rechts) von Glas Schöninger in Weiden erklärt MdB Albert Rupprecht (links) die Branchensituation im Glasgewerbe. Bild: sbü

Im Glasbereich ist in Deutschland die Umstrukturierung noch immer nicht abgeschlossen. Mit Investitionen behauptet sich Glas Schöninger immer wieder von Neuem. Aktuell das Thema: Sicherheitsglas.

(sbü) Noch liegt der Produktionsanteil von Isolierglas bei Glas Schöninger in Weiden bei 60 Prozent. "Doch der Markttrend geht in Richtung Sicherheitsglas", erklärte Unternehmenschef Tilmann Schöninger beim Informationsbesuch von MdB Albert Rupprecht im Hauptbetrieb im Industriegebiet Am Forst.

Sicherheitsglas soll ein neues Standbein des Unternehmens werden. Für das kommende Jahr ist deshalb eine Erweiterungsinvestition mit einem Investitionsvolumen von 600 000 Euro geplant. Auch einige zusätzliche Arbeitsplätze sollen damit verbunden sein. Schöninger will damit auf Branchentrends reagieren.

Dem Abgeordneten wurde aber auch erläutert, dass es nicht leicht sei, sich Jahr für Jahr immer wieder in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten. "Unsere Branche leidet unter einer Verdopplung der Einkaufspreise", stellt Schöninger fest. Außerdem drängten große polnische Konkurrenten "mit vermutlich subventionierten Preisen" auf den deutschen Markt. MdB Rupprecht erfuhr auch, dass die Umstrukturierung im Glasgewerbe insgesamt in Deutschland noch längst nicht abgeschlossen sei. Man müsse von 20 bis 30-prozentigen Überkapazitäten ausgehen. Für Glas Schöninger selbst konnten durch ein großes Auftragsplus im Herbst die Sommerflaute gut ausgeglichen werden.

"Derzeit produzieren wir am Randes dessen, was nach der Arbeitszeitregelung überhaupt möglich ist", freute sich der Unternehmenschef. Die Frage nach eventuellem Fachkräftemangel gibt Schöninger das Stichwort zum großen Lob seines Personals. "Wir haben kaum Fluktuation, und viele sind schon ihr ganzes Arbeitsleben bei uns", sagte er dazu. Dass mit 72 Mitarbeitern ein Jahresumsatz von knapp 10 Millionen Euro erwirtschaftet werden könne, sei auch auf das hohe Maß von Loyalität und positiver Arbeitsmentalität der Mitarbeiter zurückzuführen.

Industrie 4.0

Bei der Gewinnung neuer Fachkräfte arbeite man eng mit der Arbeitsagentur zusammen und nutze auch Förderprogramme wie WeGebAU. Auch am Projekt MobiPro-EU-Programm mit rumänischen Auszubildenden beteiligt sich Schöninger. Industrie 4.0 wirft auch bei Schöninger längst seine Schatten voraus, wenn Aufträge direkt vom Kunden in das Produktionssystem in Weiden eingespielt werden. Konjunkturelle Gefahren drohten allerdings, wenn es nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten eventuell zu einem nennenswerten Zinsanstieg kommt.
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