16.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Eures-T, das Pionierprojekt der Grenzpartnerschaft, steht vor finanziellen Problemen EU-Finanzierung völlig offen

Während vielerorts deutsch-tschechische Beziehungen ausgebaut und sich in der Kulturhauptstadt Pilsen 2015 Tausende Deutsche und Tschechen treffen werden, droht einem bayerisch-böhmischen Pionierprojekt das Ende.

von Redaktion OnetzProfil

"Wir wissen zwar noch nicht genau wie, aber wir wollen schon weitermachen", sagte Helmut Fiedler Vorstandmitglied des DGB Bayern und Präsident der bayrisch-böhmischen Grenzpartnerschaft Eures-T. Seit dem Jahre 2005 gibt es diese Vereinigung von deutschen und tschechischen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Arbeitsagenturen, Hochschulen und anderen Institutionen im Grenzland von Bayern und Böhmen. Vieles wurde geleistet.

Lange Liste

Vor allem waren es zahlreiche grenzüberschreitende Projekte, die auf deutscher und tschechischer Seite realisiert werden konnten. Die Liste ist lang. Sie beginnt beim deutsch-tschechischen Arbeitsmarktportal www.eures-bayern-cz.eu und reicht bis hin zu Schulungsaufenthalten für tschechische Berufsschüler bei der Handwerkskammer. Zahlreiche Eures-Berater und -Beraterinnen auf tschechischer und deutscher Seite informieren "mobilitätsinteressierte Arbeitnehmer" über Beschäftigung und Arbeitsmarkt im Nachbarland. Und aus früheren Nachbarn, denen man noch mit etwas Skepsis begegnete, sind oftmals während der vielen Partnerschaftstreffen auch Freunde geworden.

Aber "die Förderperiode der Jahre 2013 und 2014 läuft jetzt definitiv aus", sagt Helmut Fiedler, der ohne Unterbrechung Präsident der Eures-T-Partnerschaft ist.

Laut Fiedler will voraussichtlich die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) eine Fortsetzung organisieren, aber "für die Zeit ab 2016 liegen allenfalls positive Willenserklärungen von Seiten der EU vor. Wir wissen also nicht, wie es weitergeht, sagt Präsident Fiedler.

Viel Unterstützung für die Partnerschaft kommt von den bisherigen Partnern. So von Klaus Baier, Geschäftsführer der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Er will auf jeden Fall "auch unter veränderten förderrechtlichen Bedingungen weitermachen". Und die bisherigen Partner "sollten dies auf Augenhöhe tun". Vera Kolmerová, von der tschechischen Generaldirektion der Arbeitsämter, lobt ebenfalls die "erste Partnerschaft zwischen einem alten und neuen EU-Mitgliedsland".

Eures stärkt Nachbarschaft

Dem schließt sich auch DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach an, wenn sie sagt "an den Grenzen entscheidet sich das Zusammenwachsen von Nachbarn". Noch viel weiter ging Josef Stredula, tschechischer Gewerkschaftschef aus Prag, wenn er sagt "ohne Eures-T hätten wir nicht diese enge Nachbarschaft". Keinesfalls solle "aus verwaltungstechnischen Gründen eine Unterbrechung der Partnerschaftsaktivitäten erfolgen", ergänzt Stredula.

Trotz vieler Unterstützer sind Fiedler und alle Eures-Partner dennoch auf eine zukünftige Finanzierung der Projekte, Maßnahmen und sonstigen Aktivitäten angewiesen. Auch die Tätigkeit eines hauptamtlichen Koordinators, wie dies Petr Arnican seit 2005 ausübte, hält er für erforderlich. Und deswegen wirbt er auch um Unterstützung aus der Politik.

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