Firma Lüberg Elektronik in Weiden ist ebenso in Medizintechnik und Luft- und Raumfahrt tätig
"Den Asiaten die Zähne gezeigt"

Entwicklungsleiter Dipl.-Ing. Stefan Glöde (rechts), Dr. Ulrich Rothfischer (Dritter von rechts) und technischer Leiter Manfred Bastier (Vierter von rechts) stellen den Gästen die Produktpalette der Lüberg Elektronik GmbH & Co. Rothfischer KG vor, darunter Bürgermeister Lothar Höher, Wirtschaftsstaatssekretär Franz Pschierer, CSU-Fraktionschef und OB-Kandidat Wolfgang Pausch sowie Alois Lukas (von links). Bild: Götz

Mit innovativen Leiterplatinen ist die Firma Lüberg Elektronik groß und stark geworden. Doch längst ist das Unternehmen, das aus Nürnberg kommt und seit 1990 in Weiden forscht und produziert, in der Medizintechnik ebenso vertreten wie in der Luft- und Raumfahrt. Die enge Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth ist Alltag. Und selbst die Bayerische Forschungsstiftung kommt am Unternehmen von Dr. Ulrich Rothfischer nicht vorbei.

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer zeigt sich bei seinem Besuch "von der Leistungs- und Entwicklungskraft des mittelständischen Hightec-Unternehmens, das stark wissenschaftlich geprägt" sei, beeindruckt.

Produktion auch in China

"Sie sind schneller als die Staatsregierung", meint er, als Inhaber Dr. Ulrich Rothfischer und Entwicklungsleiter Dipl.-Ing. Stefan Glöde von der florierenden Lüberg-Niederlassung in Shenzhen in China berichten: Bayern errichtet dort nämlich erst seine Repräsentanz. Selbstbewusst stellt Dr. Rothfischer fest, dass die Lüberg Elektronik GmbH & Co. Rothfischer KG "den Asiaten die Zähne zeigt". Das Unternehmen kann mit seinen großformatigen Platten und der hohen Qualität gegen die Marktriesen aus China bestehen. Es liefert sogar selbst nach Fernost - darunter Teile für die Medizintechnik nach China und auf den Philippinen. Auch in Smart-Phones oder in hochkomplexer Bahnbetriebstechnik steckt Lüberg-Elektronik.

1916 als Druckerei in Nürnberg gegründet, startete Lüberg bereits 1961 mit der Leiterplatten-Fertigung "für Computer". Im Betrieb in Weiden West steht heute die größte und modernste Platinenfertigungsstraße Europas. Das Schwesterwerk in Sonneberg (seit 2006) hat Rothfischer ge rade erweitert. Nun investiert er weiter kräftig in Weiden. "Mit Standardplatinen lässt sich heute kein Blumentopf mehr gewinnen", betont Entwicklungsleiter Glöde. Die Hallen in Weiden verlassen inzwischen Hochfrequenzleiterplatten im Quadratmeterformat. Die sogenannten XXL-Boards gehen meist an die Technik-Marktführer.

Neue Märkte entdecken

Eine wichtige Tür zu neuen Märkten stieß Lüberg bereits 1995 mit den dreidimensionalen "Platten" aus Weiden auf. Sie sind das "Herz" für eine Vielzahl von modernsten Anwendungen, speziell in der Medizintechnik und -sensorik (etwa bei der Blutgefäßuntersuchung) sowie der Automobilelektronik. In Weiden entwickelte und produzierte Hochfrequenztechnik ist in der Leittechnik von Computertomographen ebenso verbaut wie beim Teilchenbeschleuniger in Genf.

Als neue Märkte (meist verbunden mit der Entwicklung von Werkstoffen und Fertigungsverfahren) entdeckt Glöde die Luft- und Raumfahrt sowie die Elektromobilität. Dabei setze Lüberg auf ein regionales Netzwerk, die Unterstützung der Hauptkunden und die wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Bayreuth. Glöde nennt den Gästen von der Weidener CSU ultraleichte, kaschierte Kohlefaserverbundstoffe, die absolut dicht seien und daher zum Beispiel als Treibstoffleitung in der Raumfahrt eingesetzt würden. Mikrobrennstoffzellen, ein aktuelles Forschungsfeld, könnten für eine völlig autarke Stromversorgung für die Bordelektronik von Großflugzeugen sorgen.

Nach der Werksführung lobte Wirtschaftsstaatssekretär Pschierer die Firma als "hochinnovativ". "Die sind sehr gut drauf. Es war faszinierend." Zugleich bot er den direkten Draht an - "wenn's mal zwicken sollte." Er riet dem "klassischen Mittelständler", auch die kommenden Märkte in Mexiko im Auge zu behalten.
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