Förderprojekt für junge Flüchtlinge
Ohne Deutsch keine Ausbildung

In dem von Christine Ritter geleiteten Projekt IntegrAS lernen junge Flüchtlinge Sprache und Technik für eine spätere Ausbildung. Die Ausbildungs- akquisiteure Arkadii Voloshyn und Waldemar Hock (Erster und Zweiter von rechts) helfen mit Rat und Tat. Bild: sbü

Den guten Willen zur beruflichen Integration haben alle Beteiligten. Doch in der Realität stoßen die Ausbildungsakquisiteure oft auf Widerstände. "Bitte nur keine Flüchtlinge." Diese Worte hören Waldemar Hock und Arkadii Voloshyn mehrmals pro Woche bei ihren Betriebsbesuchen. Eigentlich sollen die zwei Projektmitarbeiter Ausbildungsplätze für junge Flüchtlinge finden.

Diesem Ziel dient jedenfalls das Projekt "Ausbildungsakquisiteure für jugendliche Flüchtlinge in der Stadt Weiden". Gefördert wird es vom Arbeitsmarktfonds des Bayerischen Arbeits- und Sozialministeriums. Träger ist der eingetragene Verein "Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer" (AAU) in Nürnberg. Seit mehr als einem Jahr läuft das Projekt. Doch längst musste sich die Arbeit der Akquisiteure an die reale Situation anpassen.

"Das Geschäft ist schwierig", sagt Voloshyn, deshalb sei das Hauptziel, Praktikumsplätze für junge Flüchtlinge zu finden, aus denen sich dann auch eine vom Jobcenter geförderte Einstiegsqualifizierung ergeben kann. Erfolgsmeldungen über begonnene Ausbildungen werden erst in Zukunft erwartet. Um die Projektziele zu erreichen, müssen die Akquisiteure sehr viel mit den jungen Flüchtlingen und mit deren ehrenamtlichen Betreuern arbeiten. Rund 50 Klienten würden regelmäßig beraten und betreut. Die jungen Flüchtlinge dürfen bis zu 35 Jahre alt sein und müssen für eine Ausbildung in Betracht kommen. Zwingend erforderlich sei die Anerkennung als asylsuchend. "Die jungen Flüchtlinge wollen sich unbedingt beruflich integrieren", berichtet Hock. Es werde ihnen deshalb empfohlen, mindestens das Sprachniveau B1, besser sogar B2, zu erwerben.

Große Hoffnung setzen Hock und Voloshyn auf die Zusammenarbeit mit dem ÜBZO. Dort läuft die Fördermaßnahme "IntegrAS" (Integration Arbeit und Sprache). Inhalte sind Profiling und Bewerbungstraining, Deutschunterricht, Grundwissen im Elektro-, Fahrrad-, Metall-, Lager-, und EDV-Bereich. ÜBZO-Lehrgangsleiterin Christine Ritter hat längst einige junge Flüchtlinge aus dem Betreuungskreis der Akquisiteure im Lehrgang aufgenommen. Jeder Teilnehmer wird sechs Monate geschult. Insgesamt sind sechs Lehrgänge bis Ende des Jahres 2020 eingeplant. "Wir brauchen mehr Betriebe, die jungen Flüchtlingen eine Chance geben", sagt Hock. Interessenten können mit ihm unter Telefon 0961/4726500 Kontakt aufnehmen.
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