02.05.2018 - 20:12 Uhr
Oberpfalz

Forschungswerkstatt am Kepler-Gymnasium Paradies für junge Forscher

Was vor Jahrzehnten noch undenkbar war, wird Realität. Gymnasien öffnen sich immer mehr für die Praxis. Die neue Schülerforschungswerkstatt am Kepler-Gymnasium wird ganz schnell ein Erfolgsmodell.

Schulleiterin Sigrid Bloch eröffnet die Schülerforschungswerkstatt des Kepler-Gymnasiums. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Nach monatelanger Vorbereitung konnte Eröffnung gefeiert werden. Das Kepler-Gymnasium besitzt jetzt eine Schülerforschungswerkstatt. Zur offiziellen Eröffnung begrüßte Oberstudiendirektorin Sigrid Bloch Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und dem Bildungsbereich. Auch zahlreiche ehemalige Kollegen wollten die neue Einrichtung am Kepler-Gymnasium kennenlernen. Grußworte sprachen Bürgermeister Jens Meyer und Veit Wagner für den Förderverein.

In ihrer Begrüßungsansprache bezeichnete die Schulleiterin die Schülerforschungswerkstatt als "anfahrenden Zug", auf den viele ohne langes Zögern aufgesprungen seien. Mit Feuereifer und großem zeitlichen Aufwand sei die Umsetzung der Idee einer Schülerwerkstatt von der Lehrerschaft betrieben worden. "Initialzündung" ging von einem Besuch einer Kooperationsschule in Kassel aus. Initiatoren waren zunächst die Lehrer Johann Schärtl und Verena Hauke. Fachlich umgesetzt wurde dann die Idee von Physik- und Mathematiklehrer Jürgen Heiß, der schnell von weiteren Lehrerkollegen Unterstützung bekam.

Schon 70 Schüler dabei

Heiß koordiniert den Aufbau der Forschungswerkstatt. Die Gäste der Eröffnungsveranstaltung informierte er über den derzeitigen Stand. 70 Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse - "Tendenz steigend" - hätten sich zur Mitarbeit bereits gemeldet. Sehr rasch sei es gelungen, Sponsoren und Kooperationspartner für ihre Idee zu gewinnen. Sachspenden, Geldspenden, personelle Unterstützung, sogar das Angebot für Betreuungspersonal seien eingegangen. Im Flyer der neuen Einrichtung werden als Sponsoren BHS, Conrad HWK, IGZ, Novem, die Übzo und Witron genannt. Enger Kontakt bestehe zur OTH Amberg-Weiden und dabei besonders zu Professor Magnus Jaeger.

Der Förderverein des Keplergymnasiums hätte ebenfalls geholfen. Erster Schritt im Aufbau der Forschungswerkstatt war die Einrichtung eines "Labors für kondensierte Materie und angewandte Physik" im Keller der Schule. Mit dabei war Louis Bauer, der vor zwei Jahren Abitur am Kepler gemacht hatte. Heute gehört Bauer zur Studentengruppe der TU München, die in den USA den Wettbewerb "WARR Hyperloop" gewonnen habe. Die Studentengruppe entwickelte ein Röhrentransportsystem, das eines Tages dem Flugzeug Konkurrenz machen kann.

Die Schülerforschungswerkstatt umfasst zwischenzeitlich drei Klassenräume, die am Nachmittag frei zugänglich sind. Das Kursangebot betrifft aktuell die Bereiche Robotik, Hardware/Software, Elektronik, Chemie, Physik, Mathematik und Automation. Es soll weiter ergänzt werden. Enger Kontakt soll mit den Partnerunternehmen durch Firmenbesuche und Schülerpraktika gehalten werden. Mentoren von dort werden noch gesucht. Die Verzahnung mit der Hochschule kommt auch durch Teilnahme von Oberstufenschülern an Erstsemestervorlesungen zum Ausdruck. Zuletzt war auch das Running-Snail-Team zu Besuch.

Im Bau: Seifenkiste

Größtes sichtbares Projekt in den Räumen der Forschungswerkstatt ist derzeit der Bau der Seifenkiste. Zu sehen sind neben Hard- und Softwareausrüstung einschließlich 3-D-Drucker auch die programmierten Lego-Roboter, ein Miniaturkino sowie der "space elevator" (Weltraum-Aufzug). "Noch streng geheim" ist das Projekt "Omega-Gleiter". In Planung sind laut Heiß ein Minibauernhof und eine Elektrowerkstatt.

Das Forscherteam will auch Arbeiten bei "Jugend forscht" einreichen. "Man muss die Schüler einfach machen lassen", ist Heiß überzeugt. "Wir wollen jungen Menschen helfen, ihre Talente zu entdecken." Wie begeistert die Jugendlichen dabei sind, davon konnten sich die Besucher am Eröffnungstag überzeugen.

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