09.03.2018 - 15:08 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

"Frustrierende Erfahrungen" des Lichttechnik-Spezialisten TCLG in Weiden Firmen-Wegzug nach Wernberg

Wenn es um Licht-Technik geht, ist die Firma TCLG in halb Europa gefragt. "Nicht richtig erwünscht" fühlt sich Inhaber und Geschäftsführer Michael Körprich dagegen in der Stadt Weiden.

Das Spezialisten-Team der Firma TCLG setzt international bedeutende Events ins rechte Licht: Wie hier bei einer Präsentation der AMG-Modelle von Mercedes-Benz in der Sachsen-Arena bei Dresden.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Der gebürtige Amberger Körprich zieht mit seinem Unternehmen von der Regensburger Straße noch in diesem Jahr nach Wernberg-Köblitz in das Industrie- und Gewerbegebiet West II um. Statt im Oberzentrum kauft die auf Veranstaltungstechnik spezialisierte Firma ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück am Autobahnkreuz A 93/A 6. Baubeginn für die 1,3-Millionen Euro-Investition ist im Frühjahr.

"Ich wäre gerne in Weiden geblieben, aber das Verhalten der Stadtverwaltung empfinde ich als eine Katastrophe. Die Erfahrungen sind frustrierend", sagt Michael Körprich gegenüber den Oberpfalz-Medien. Er habe es im Spätherbst 2017 im Weidener Rathaus nicht nur mit "wechselnden Ansprechpartnern" zu tun gehabt und "widersprüchliche Auskünfte" erhalten, sondern ein "komplettes Desinteresse" festgestellt: "Man wollte uns einfach nicht. Dann zahle ich meine Gewerbesteuer eben woanders ..." Körprich hatte am 24. Oktober 2017 eine offizielle E-Mail an die Stadt Weiden gesandt und dazu auch gleich den gewünschten Fragebogen zum Kauf eines Grundstücks angefügt. "Ich fühlte mich nicht ordentlich behandelt. Wenn ich mit meinen Kunden so umgehen würde, hätte ich bald keine mehr."

"Top-Infrastruktur"

Vom Markt Wernberg-Köblitz sei er mit offenen Armen aufgenommen worden: "Innerhalb von 30 Minuten haben wir uns verständigt." Sein "professioneller" (und fester) Ansprechpartner dort ist übrigens ein Weidener ... Körprich lobt ausdrücklich die "Top-Infrastruktur" in Wernberg, besonders bei der Breitband-Anbindung sei Weiden-West III (Brandweiher) eine "Lachnummer". Angemerkt und Seite 19

Das sagt die Stadt

"Von Desinteresse kann man sicher nicht sprechen. Aber eine gewisse Enttäuschung der Firma TCLG ist nachvollziehbar." Vize-Stadtkämmerer Rudolf Hölzl, der selber nicht an dem Verfahren beteiligt war, findet es "grundsätzlich bedauerlich, wenn man nicht zusammenkommt". Es sei nun mal Tatsache, dass die verfügbaren Gewerbeflächen in Weiden "sehr knapp" seien.

Hölzl schildert gegenüber Oberpfalz-Medien die Chronologie, die Schwierigkeiten in West III (Grundstück zwischenzeitlich aus der Vermarktung herausgenommen, Erschließungsprobleme u. a.). Dazu kommt die offenbar mangelnde Verkaufsbereitschaft privater Grundstückseigentümer in anderen Stadtteilen ("Wir können sie nicht zum Verkauf zwingen"). Zu den wechselnden Ansprechpartnern: Wirtschaftsförderin Cornelia Fehlner verließ September 2017 die Stadt, ihre Vertreterin ging kurz darauf in Elternzeit, und deren Vertreter wiederum wechselte in der für das "Flächen-Management" zuständigen Kämmerei das Aufgabengebiet. Im April nimmt der neue Wirtschaftsförderer Nicolas Lahovnik die Arbeit auf. Hölzl: "Dann werden wir wieder so erfolgreich wie in der Vergangenheit sein." (cf)

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