04.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

GDL-Ortsgruppe Weiden-Schwandorf tagt Lokführer haben Personalmangel

Die Lokführer haben Nachwuchssorgen. Die Gewerkschafter machen dafür auch die mangelnde Wertschätzung für den Beruf verantwortlich.

Der Verband der Lokomotivführer zieht Bilanz: (Von links) Siegfried Krettner, Hans Knorr, Andreas Forster, Johann Fröhlich, Bezirksvorsitzenden Uwe Böhm, Bettina Fischer, Michael Wittmann, Walter Ebenschwanger, Josef Paintner, Robert Dietrich und Peter Reichel. Bild: exb
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Elf Eisenbahn-Verkehrsunternehmen sind in der Ortsgruppe Weiden-Schwandorf der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisiert. In der Generalversammlung zeigte Robert Dietrich die Aktivitäten der Ortsgruppe im vergangenen Jahr auf. Auch das gesellschaftliche Leben kam nicht zu kurz. Als Beispiele nannte er das Sommerfest in Schwandorf, Radtouren und einen Ausflug nach Leipzig.

Zurzeit sei die GDL Tarifpartner von 47 Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, sagte Bezirksvorsitzender Uwe Böhm. Dadurch stünden rund 100 Tage im Jahr an Tarifverhandlungen an. Dabei seien aber auch große Erfolge für die Kollegen erzielt worden. So habe künftig ein Mitarbeiter bei einem Unternehmenswechsel keine finanziellen Einbußen mehr hinzunehmen. Als das größte Problem der Zukunft für die Eisenbahn nannte Böhm die marode Infrastruktur des Schienennetzes und den enormen Personalmangel. Für die Verbesserung der Infrastruktur müsse der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen bereitstellen.

Der Personalmangel sei auf die fehlende Wertschätzung des Lokführerberufs, das angepriesene autonome Fahren und die hohen Lebenshaltungskosten im Vergleich zur Bezahlung in den Ballungsräumen zurückzuführen. Vonseiten des oberen Managements sei ein verstärktes Bemühen zur Behebung dieser Missstände festzustellen, so Böhm. "Die Erbsenzähler des mittleren Managements verstehen es aber immer wieder, geplante Änderungen zu blockieren", erklärte er.

Durch die Zugleistungen von tschechischen Lokführern nach Schwandorf sei kein Arbeitsplatz in Schwandorf verloren gegangen. Allerdings habe es etliche Verspätungen aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten gegeben. Die Bayerische Eisenbahn-Gesellschaft kehre diese Probleme allerdings gerne unter den Teppich, sagte Böhm.

Den Fairnessplan, ein Zusammenschluss des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister e. V. (Agv MoVe) Berlin und der GDL, stellte dessen Vertreter Ralf Kuchelbauer vor. Danach sei es möglich, Erholungsbeihilfen, Gesundheitswochen, Fortbildungen und viele weitere Leistungen auf Antrag in Anspruch zu nehmen. Er appellierte an die GDL-Mitglieder, dies zu nutzen.

Walter Ebenschwanger wurde für 50 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit und 45 Jahre Amtsinhabertätigkeit mit der goldenen GDL-Ehrennadel ausgezeichnet. Zudem wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

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