Gehälter bei Labordienstleister tariflich geregelt
Synlab: Mehr Geld für Mitarbeiter

Die letzten Details sind geklärt: Für einen Großteil der Synlab-Mitarbeiter gibt es ab Januar mehr Gehalt. Wie viel genau, das handelte für Weiden eine Tarifkommission aus, der unter anderem Veronika Ostermeier und Josef Ippisch angehörten. Bild: Schönberger

Beim Labordienstleister Synlab ist nun auch das Gehalt tariflich geregelt. Dadurch bekommen fast alle der Weidener Beschäftigten mehr.

Es ging noch einmal um viel Geld. Trotzdem waren die Gespräche "zielführend, auch von Arbeitgeberseite", wie Rainer Hoffmann betont. Der Bezirkssekretär der IG BCE war Verhandlungsführer der Gewerkschaft für die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) von Synlab in Bayern. Nachdem am Dienstag die Tarifkommission zugestimmt hat, sind nun die Ergebnisse für das MVZ Weiden festgeschrieben. Dadurch, so Hofmann, bekommen 211 der 230 Beschäftigten ab 1. Januar mehr Geld. Der Rest, der bislang mehr verdiente, als in den künftigen Tarifen festgeschrieben ist, soll zumindest nicht weniger erhalten.

Der Entgeltrahmentarifvertrag stand schon seit August. Allerdings waren konkrete Zahlen für die einzelnen Standorte noch offen. Diese wurden gesondert verhandelt und waren abhängig von Faktoren wie den jeweiligen Lebenshaltungskosten. Im Ergebnis werden die Weidener laut Hoffmann so viel verdienen wie ihre Kollegen in Nürnberg. Grund: Sie arbeiten zwar nicht in einem Ballungsraum mit höheren Mieten etc. Allerdings verrichte das hiesige MVZ teils anspruchsvolle Aufgaben, was mit in die Bewertung einfloss.

Die vereinbarte Entgelttabelle gilt nicht sofort. Stattdessen werden die Gehälter ab Januar stufenweise über vier Jahre angeglichen, 2017 ergänzt durch eine Einmalzahlung. Andernfalls hätte Synlab von einem Tag auf den anderen ein Personalkosten-Plus von mehr als 22 Prozent zu schultern, sagt Hoffmann. "Das kann kein Arbeitgeber ohne Schaden verkraften." Die Gehälter lägen "über dem Standard von Labordienstleistern". Würde der künftige Tarif sofort gelten, würde die durchschnittliche Erhöhung pro Kopf rund 340 Euro im Monat bedeuten.

So wird er allerdings nie in Kraft treten. Denn zusätzlich wird es ab 2018 bundesweite Verhandlungen über prozentuale Steigerungen geben. Letzteres dürfte vielen Mitarbeitern ebenfalls eine Menge bedeuten. Schließlich gab es laut Hoffmann in den vergangenen 15 Jahren in Weiden keine kollektive Gehaltserhöhung. Dieser Umstand, gepaart mit teils sehr unterschiedlicher Bezahlung für gleiche Tätigkeiten, und ein anstehender Verkauf des Unternehmens hatten im März 2015 dazu beigetragen, dass ein Großteil der Weidener Mitarbeiter der IG BCE beigetreten war. Als Folge kam es im Februar zunächst zum Abschluss eines Manteltarifvertrages. Dass nun ebenfalls das Entgelt geregelt ist, wertet Hoffmann auch für das Unternehmen als positiv. Synlab wolle schließlich expandieren. Das gehe nur mit einem "zukunftsgerichteten Regelwerk, das auch die Mitarbeiter am Geschäftserfolg partizipieren lässt".
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