Gewerkschaft und Polytec finden Basis für Sozialplan-Verhandlungen
Protestzug abgesagt

Erleichterung bei Gaby Hübner: Mit Polytec ist die Basis für einen Sozialplan gefunden worden. Bild: exb

Und plötzlich keimt doch die Hoffnung, dass die rund 90 Mitarbeiter der Polytec zumindest einen kleinen Interessenausgleich erhalten, wenn sie im nächsten Jahr ihren Job in Weiden verlieren. Gaby Hübner, stellvertretende Bezirksleiterin der Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie in Nordbayern, blies am Montagabend die für den 24. Februar geplante Protestveranstaltung ab, in der das Verhalten der österreichischen Mutter der Polytec angeprangert werden sollte.

Die Weltkonzern hatte sich bisher trotz der überaus guten Entwicklung im Unternehmen mit satten Gewinnen geweigert, annehmbare Vorschläge für einen Sozialplan zu nennen. Deshalb hatte Hartmuth Baumann, Bezirksleiter der IG BCE Nordostbayern, beim Jahrespressegespräch der Gewerkschaften die der IG Bergbau, Chemie, Energie am Aschermittwoch die Polytec scharf kritisiert. Schon allein "aus Anständigkeit" stehe den Polytec-Mitarbeitern in Weiden, die teilweise seit 35 Jahren dem Unternehmen (ehemals Peguform, davor Mitras) die Treue gehalten, und lange auf ihre tariflichen Rechte verzichtet hatten, ein Sozialplan zu, so Baumann.

Offenbar gaben die Polytec-Verhandlungsführer bei den Gesprächen am Montag ihre starre Haltung auf. "Wir haben eine gemeinsame Basis für weitere Gespräche gefunden, die wir nicht gefährden wollen", sagte Hübner am Montagabend. Die Protestveranstaltung werde deshalb abgesagt.

Bei den Verhandlungen, bei denen der Betriebsrat neben den Gewerkschaftsvertretern auch von Günther Mattes, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Amberg, beraten wurde, hätten beide Seiten "Federn lassen müssen", bestätigt Hübner. Sie betont, dass es wohl der öffentliche Druck war, der bei Polytec zu einem Sinneswandel geführt habe. "Darum danke ich allen, die ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen haben."
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