27.04.2017 - 21:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Girls' Day" und "Boys' Day" helfen bei Berufswahl Schüler strömen in Betriebe

Jahr für Jahr gibt es Girls' Day und Boys' Day. Weg von der geschlechterspezifischen Berufswahl heißt das Motto. Ob es gelingt, stellt sich später heraus. An den Firmen soll es nicht scheitern: Sie lassen es für die Schnupperschüler krachen - im Autohaus Widmann sprichwörtlich.

Schnupperschüler Julian (kniend) spielt mit den Kindergartenkindern Holzeisenbahn.
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Am Donnerstag öffneten Betriebe und öffentliche Einrichtungen ihre Türen für Schüler, die vor der Berufswahl stehen. Für Mädchen gab es 375 Schnupperplätze in 46 Firmen, für Jungen 140 in 25 Institutionen. Die Aktion wurde in den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth und in Weiden durchgeführt.

Die Organisatoren wollen mit den Informationstagen Einfluss auf das seit Jahrzehnten wenig veränderte Berufswahlverhalten ausüben. Mädchen sollen für typische Männerberufe begeistert werden. Die Dienstleistungsberufe in Erziehung, Gesundheit und Pflege wurden dagegen der männlichen Jugend gezeigt.

Interesse soll geweckt werden, das ein oder andere Betriebspraktikum vorbereitet werden. Einzelbeispiele, wie der Kindergarten mit Krippe St. Martin in Neustadt/WN, stehen für viele andere. Erzieherin Theresa Uhl teilte jeden ihrer vier Schnupperschüler einer Einzelgruppe zu. Der Auftrag: nicht zuschauen, sondern konkret mit den Kindern spielen.

Richtige Aufträge erteilten auch die Ausbilder im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer, das sich am Girls' Day beteiligte. Ausbilder Josef Greiner ließ seine Schülerinnen aus dem Elly-Heuss-Gymnasium und der Max-Reger-Mittelschule ein Holzkästchen für das Spiel mit dem Namen "Warum immer ich?" herstellen. Die Mädchen sägten, schliffen, bohrten, schraubten. Der Ausbilderkollege in der Metallwerkstatt erteilte den Gymnasiastinnen aus Tirschenreuth den Auftrag, einen Kerzenständer aus Aluminium herzustellen. Mit sichtbarer Begeisterung waren die Mädchen dabei. Die Frage nach der Wahl eines handwerklichen Metallberufs beantworteten sie dennoch nur zögernd mit "vielleicht".

Auto demoliert

So richtig handgreiflich durften Schülerinnen im Autohaus Widmann in Weiden werden. Sie schlugen mit einem Eisenhammer in eine Autotür und lernten anschließend, diese Delle weder zu beseitigen. Serviceleiter Hans-Jürgen Götz betreute zwölf Schülerinnen.

Zu den Einsatzstellen mit besonders vielen Plätzen zählte auch in diesem Jahr der Rettungsbereich. Die Integrierte Leitstelle ILS bot zusammen mit dem Roten Kreuz und der DRF-Luftrettung ein Ganztagesprogramm mit Informationsblöcken und praktischen Erkundungen für 18 Schülerinnen. Die genannten Beispiele stehen für viele andere.

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Weitere Bilder, auch vom Girls' Day bei der Bundeswehr Weiden: www.onetz.de/1748130

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