22.04.2018 - 19:06 Uhr
Oberpfalz

Goldene Zeiten für Bewerber auf der Ausbildungsmesse Betriebe werben um Nachwuchs

Die Ausbildungsmesse zählt für viele Betriebe zu einem der wichtigsten Instrumente, um an Nachwuchs zu kommen. Das Programm wird von Jahr zu Jahr immer vielfältiger. Die Betriebe haben es nötig.

Am Bohrsimulator der Harald Gollwitzer GmbH können die jungen Besucher Technik virtuell erleben. Bilder: sbü (2)
von Siegfried BühnerProfil

"Wir suchen auf der Ausbildungsmesse den persönlichen Kontakt mit den Bewerbern" sagte Marco Bauer von der BAM Maschinenbau GmbH. Den Satz hätte man von vielen der 109 Aussteller der Ausbildungsmesse 2018 hören können. Andere, wie zum Beispiel Cornelia Uschold von Constantia Hueck Folien, wollten Jugendlichen bei der Berufswahl "einfach nur zur Seite stehen", auch um Abbrüche zu verhindern. Es dürfte keine andere Veranstaltung in der Region geben, bei der Betriebe auch nur mit annähernd so vielen Ausbildungsplatzsuchenden in Kontakt kommen können.

Auch in diesem Jahr lockte die Messe wieder Tausende von Jugendlichen, oft auch zusammen mit ihren Eltern, zu den Ausstellungsständen in der Max-Reger-Halle. "Mit der Messe wollen wir einen Beitrag zur weiteren positiven Entwicklung der Region leisten" sagte Thomas Würdinger, Vorsitzender der Arbeitsagentur Weiden, bei der Eröffnung. Er sieht in der Messe vor allem die Möglichkeit für Bewerber, sich über fast das gesamte Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. "Bewerber haben die Qual der Wahl", stellte dazu Oberbürgermeister Kurt Seggewiß fest, der die Messe eröffnete. "Wenn es die Messe nicht gäbe müsste man sie erfinden", lobte Landtagsabgeordnete Annette Karl (SPD) die Veranstaltung. Ihr Kollege Tobias Reiß (CSU) sprach von "goldenen Zeiten für Fachkräfte".

"Diesmal ist das Angebot noch vielfältiger geworden" stellte Klaus Gredinger, Teamleiter des Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur, fest. Damit deutete er an, dass es bei weitem nicht mehr ausreicht, vor dem Ausstellertisch ein paar Kugelschreiber oder Bonbons auszulegen. Die Jugendlichen müssen sich am Ausstellerstand betätigen können. Simulatoren, wie zum Beispiel ein Tiefbohrsimulator am Stand der Harald Gollwitzer GmbH, zeigen den zunehmenden Einsatz moderner Medientechnik. Handwerksbetrieben fiel es besonders leicht, die Besucher zu beschäftigen. Wer Lust hatte, zu bohren, zu sägen oder Teig zu kneten, fand zahlreiche Möglichkeiten. "Wir wollen unseren Beruf als den schönsten und kreativsten im Handwerk darstellen", sagte Obermeister Engelbert Schicker von der Maler- und Lackiererinnung. Die Ausbildungsmesse schaffte auch Möglichkeit, die eigenen Talente besser kennenzulernen. Frisieren an Puppenköpfen oder Geschicklichkeitstest wie bei "Wir biegen's hin" der Metallinnung oder beim Herstellen eines Notizzettelhalter bei der Schreinerinnung waren Beispiele. Das bfz-Weiden bot einen Bewerbungsmappen-Check an. Das Speed-Dating des Wirtschaftsclubs führte Interessenten innerhalb kürzester Zeit mit mehr als zehn Personalentscheidern zusammen. Vorstellungsgespräche konnte man mit den Wirtschaftsjunioren trainieren. Kooperationspartner der Messe waren die Stadt Weiden, die Kreishandwerkerschaft Nordoberpfalz und die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, die IHK Regensburg, der Wirtschaftsclub, die Initiative Pro Ausbildung und Oberpfalz-Medien.

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