01.03.2017 - 17:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

IG Metall zieht Bilanz nach "hartem Jahr" - Arbeitszeit rückt in Mittelpunkt "ATU auf gutem Weg"

Bei anderen Unternehmen mag das der Normalfall sein. Aber was war schon normal in der jüngsten Vergangenheit bei ATU? Umso erfreulicher war es für Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, als er nach vielen denkwürdigen ATU-Aufsichtsratssitzungen jüngst "das erste Mal in einer dabei war, in der es wieder ums Geschäft ging". Nicht Kosten oder Geld seien im Mittelpunkt gestanden, sondern langfristige Strategie. Nach der Übernahme sei die Werkstattkette offenbar "auf einem guten Weg", sagte er beim Jahrespressegespräch der Gewerkschaften am Aschermittwoch.

"Menschen spielen dabei keine Rolle, man kommt sich vor wie bei Monopoly." Zitat: Horst Ott über die Übernahmeschlacht bei Grammer
von Franz Kurz Kontakt Profil

Das ist nicht nur für die Mitarbeiter eine ersehnte Nachricht. Auch für die Gewerkschaft ist es ein Lichtblick nach einem "harten Jahr". Denn, so Ott, für die IG Metall brachte 2016 harte Einschnitte: Luitpoldhütte, Rohrwerk Maxhütte oder Faurecia Trabitz - die Schieflagen dort beutelten auch die Gewerkschaft. Umso bemerkenswerter sei, dass die Mitgliederzahl im Bereich der Geschäftsstelle Amberg dennoch stabil bei rund 16 000 geblieben sei. 900 neue Kollegen hätten sich angeschlossen, darunter 300 unter 23 Jahren.

Großes Thema der kommenden Monate wird für die Gewerkschaft die Arbeitszeit sein. "Wir wollen das Feld nicht den Arbeitgebern überlassen", sagt Ott. Um eigene Antworten zu finden, hat die IG Metall Fragebögen an ihre Mitglieder verteilt. Sie konnten ihre Bedürfnisse, Ängste oder Forderungen formulieren. Mehr als 6000 Bögen seien bei der Geschäftsstelle zurückgekommen, berichtet Ott. Weiterer Schwerpunkt sei die Vorbereitung auf die Betriebsratswahlen 2018 - nicht nur in Unternehmen, in denen es ein solches Gremium schon gibt. Die IG Metall werde auch solche ansprechen, die noch keinen Betriebsrat haben.

Und dann ist da noch Grammer: Der Amberger Sitze-Hersteller sieht sich derzeit einer Übernahmeschlacht ausgesetzt. "Menschen spielen dabei keine Rolle, man kommt sich vor wie bei Monopoly", sagt Ott. Wichtigstes Ziel der Gewerkschaft sei, die derzeit 2200 Arbeitsplätze in der Oberpfalz zu halten - egal, wie es die Übernahme ausgehe.

Menschen spielen dabei keine Rolle, man kommt sich vor wie bei Monopoly.Horst Ott über die Übernahmeschlacht bei Grammer

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