09.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Internationaler Kongress über Krankenhausausstattung an OTH in Weiden Zum Wohle der Patienten

Fast jeder Mensch muss irgendwann mal im Leben ins Krankenhaus. Dass er sich wohlfühlt und eine optimale Behandlung erhält, ist für die Genesung entscheidend. Darüber diskutieren Mediziner und Architekten an der OTH.

OTH Dekan Professor Clemens Bulitta organisierte und moderierte den Kongress "Hospital Engineering Trends"
von Siegfried BühnerProfil

Dass die Medizintechnik an der OTH in Weiden immer mehr zur Paradedisziplin wird, beweist der große Zuspruch zu ihren Veranstaltungen. Bereits zum fünften Mal fand jetzt der internationale Kongress über Krankenhausbau und Ausstattung unter dem Titel "Hospital Engineering Trends" statt, der zwei Tage dauerte. Federführend war auch diesmal Professor Clemens Bulitta, Leiter des Gesamtbereiches Medizintechnik. "Wir wollen Denkanstöße geben", sagte der Dekan.

Krankenhaus der Zukunft

Ein Organisationsteam hatte die Großveranstaltung vorbereitet. Internationale Experten kamen nach Weiden und erläuterten, wie das Krankenhaus der Zukunft aussehen soll. "Wir wollten alles, was im Krankenhaus abläuft, seine Prozesse und Strukturen vom Patienten und vom Nutzer her denken", formulierte Bulitta als zentrales Thema. Insoweit waren die Vorträge nicht nur für die Experten, sondern vor allem auch für Patienten wichtig. Ziel könne nicht sein "Kosten runter und Qualität runter", sondern unter Berücksichtigung der Kostensituation das bestmögliche Ergebnis für den Patienten, stellte Bulitta fest.

Aus den rund 15 Einzelvorträgen lässt sich eine lange Liste von Empfehlungen für die Ausgestaltung von Krankenhäusern aufstellen. Patientenwohl und die bestmögliche Behandlung stehen dabei im Mittelpunkt. Längst haben Mediziner erkannt, dass im Krankenhaus durch äußere Umstände und Abläufe Patienten das sogenannte Delir erleiden können, was den Heilungsprozess verhindert oder verzögert.

Mehrere Vorträge gingen auf dieses Thema ein, auch auf die Gestaltung von Intensivstationen. Dabei war auch Oberarzt Andreas Faltlhauser von Kliniken Nordoberpfalz AG. Patienten in der Intensivstation sind oftmals geschwächt und verwundbar, schauen an die Decke und haben das Zeitgefühl verloren.

"Heilendes Umfeld"

Deshalb sollte eine "Atmosphäre wie daheim" mit Tageslicht und möglichst wenig sogenannte "Stressoren" geschaffen werden. Die Vorschläge betrafen Lärmvermeidung, Belüftung, Angehörigen-Räume, freundliche Farben, Lichtprogramme und insgesamt ein "heilendes Umfeld". Genannt wurden auch Lärmampeln, Fototapeten oder Patientenvideos mit eigenen Bildern und die Abschirmung von medizinischen Geräten. Dass das Klinikpersonal zu wenig im "Delir-Management" geschult sei, betonte Medizintechnik-Masterabsolventin Antonia Götz. Elemente im Krankenhaus der Zukunft sind ferner weitere Verbesserungen in der Hygiene und den Transportsystemen, die Reinigung von Abwässern und ein klinikeigenes Abfallrecycling. Vorträge befassten sich auch mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz im OP.

Die Systeme sollen nicht nur alle Patientendaten liefern, sondern laut Bulitta "durch Analogie zum autonomen Autofahren" als Assistenzsystem die Operation sicherer machen. So könnte das System den Arzt zum Beispiel bei einem drohenden Fehler fragen: "Willst du das tatsächlich machen?" Neben den Vorträgen gab es eine Ausstellung medizintechnischer Produkte und Dienstleistungen. Die Teilnehmer kamen aus zahlreichen europäischen Ländern, auch aus dem mittleren und Fernen Osten. OTH-Vizepräsidentin Christiane Hellbach sie willkommen geheißen.

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