31.01.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Januar-Statistik der Arbeitsagentur Kurzes Bibbern am Arbeitsmarkt

Das Thermometer ist im Januar gesunken, die Arbeitslosenquote gestiegen. Trotzdem sieht die Arbeitsagentur viel Positives in der Statistik.

von Redaktion OnetzProfil

Saisonübliche Entlassungen in witterungsabhängigen Branchen bewirkten laut Arbeitsagentur im Januar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Weiden. Die Quote betrug 4,9 Prozent und lag um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Insgesamt 5749 Männer und Frauen waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Mit 1801 Stellenangeboten blieb die Suche der Arbeitgeber nach neuen Mitarbeitern auf Rekordhoch. Die zunehmenden Schwierigkeiten der Betriebe, geeignete Fachkräfte zu finden, werden offensichtlicher.

"Nicht etwa eine konjunkturelle Schwäche, sondern die winterliche Kälte ist Ursache für steigende Arbeitslosenzahlen", erklärt Agenturchef Thomas Würdinger. Die Zahl der Arbeitslosen habe sich von Dezember auf Januar um circa 1000 erhöht. Die Zunahme sei "saisonbedingt üblich, spielt sich ausschließlich in der Arbeitslosenversicherung ab und fällt insgesamt deutlich niedriger aus als im vergangenen Jahr. Viele Unternehmen in der Bauwirtschaft nutzen zunehmend Saisonkurzarbeitergeld, um Kündigungen zu vermeiden."

"In robuster Verfassung"

Generell sei der Arbeitsmarkt "in einer robusten Verfassung. Viele Firmen melden uns für die nächsten Monate eine stabile Auftragslage und sind auf der Suche nach Arbeitskräften". Steigende Arbeitslosenzahlen im Januar verzeichnete die Agentur insbesondere bei den Männern. Dies waren vor allem witterungsbedingte Neuzugänge aus Außenberufen wie Baugewerbe, Gerüstbau, Garten- und Landschaftsbau sowie aus dem Straßenbau und von Fuhrunternehmen.

Im Januar meldeten sich 2138 Personen neu oder erneut arbeitslos. Dies waren rund 230 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1137 ihre Arbeitslosigkeit, rund 40 mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der ausländischen Erwerbslosen betrug rund 840. Inzwischen gebe es aber zahlreiche Projekte zur beruflichen Integration, so Würdinger. "Diese werden in den nächsten Monaten dazu führen, dass sukzessive noch mehr Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration Arbeit oder eine Ausbildung aufnehmen werden."

Genauso wichtig sei aber die Beratungs- und Vermittlungsarbeit für Arbeitslose, die bereits in der Region wohnen. Die Mittel hier würden nicht gekürzt. Die Zahl der Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, sank überproportional stark um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat. "Auch bei diesem Personenkreis wirken unsere besonderen Bemühungen langsam." Die saisonbedingten Entlassungen beeinflussten vor allem die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung. Die Vermittler der Arbeitsagentur waren im Januar für etwa 3100 Personen zuständig, rund 1100 mehr als im Vormonat. Mit circa 2650 hilfebedürftigen Arbeitslosen verzeichneten die Jobcenter einen deutlichen Rückgang von rund 10 Prozent zum Januar 2016. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat sich - ebenfalls saisonal bedingt - um rund 940 Personen erhöht. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Januar 2017 auf 7503 Personen, 70 weniger als vor einem Jahr.

Viele offene Stellen

Die Arbeitgeber stellten 1801 offene Arbeitsangebote, davon 1678 sozialversicherungspflichtige, zur Verfügung. "Unsere Unternehmen suchen vor allem Fachkräfte in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Gesundheit und Pflege sowie in der Elektrotechnik", erläutert Würdinger. "Außerdem wurden verstärkt freie Stellen im Sicherheitsdienst, für Sozialpädagogen, in der Erwachsenenbildung und für Sprachlehrer gemeldet. Hier spielen die Betreuung und die zahlreichen Projekte für Flüchtlinge eine zentrale Rolle."

Nach wie vor hoch ist die Personalsuche in Produktions- und Fertigungsberufen (648 Stellenangebote), im Bereich der kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (263) und bei den Berufen im Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (258).

Quote in Weiden: 7,0 Prozent

Im Stadtgebiet Weiden waren im Januar 1644 Menschen arbeitslos, im Landkreis Neustadt/WN rund 2270. Die Arbeitslosenquote in Weiden von 7,0 Prozent lag deutlich unter dem Vorjahresniveau von 7,3 Prozent. "Die meisten Kündigungen wurden in witterungsabhängigen Branchen ausgesprochen, und wir rechnen wieder mit einer schnellen Rückkehr in Beschäftigung", sagt Agenturchef Thomas Würdinger. So stieg die Arbeitslosenzahl in der Arbeitslosenversicherung in den vergangenen vier Wochen um etwa 180 Personen. Die Agentur war Ansprechpartner für rund 630 Erwerbslose. Beim Jobcenter Weiden waren knapp über 1000 Personen gemeldet. Rund 44 Prozent davon sind langzeitarbeitslos. Mit 636 Stellenangeboten lag die Suche nach Personal auch im Stadtgebiet weiterhin auf einem hohen Niveau.

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