15.10.2017 - 17:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jobchancen für geflüchtete Menschen mit guter Bleibeperspektive Stellenbörse für Migranten

Arbeitskräfte werden immer knapper. Unternehmer setzen ihre Hoffnung auch auf Migranten. Die ersten größeren Gruppen mit Bleibeperspektive suchen Arbeit in der Region.

Dichtes Gedränge herrscht bei der ersten großen Stellenbörse für Migranten vor den Anschlagtafeln. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Dichtes Gedränge herrschte für mehrere Stunden im Foyer der Arbeitsagentur in Weiden. Zur ersten großen Stellenbörse für Migranten des Jobcenters Weiden-Neustadt und der Arbeitsagentur waren gut 100 Arbeitssuchende gekommen. Mit dabei waren auch ehrenamtliche Helfer, die für ihre Betreuungspersonen Arbeitsgelegenheiten suchten. "So allmählich beenden immer mehr Teilnehmer ihre Sprachausbildung und suchen jetzt eine Arbeitsgelegenheit", berichtet Eduard Neuendank, Migrationsbeauftragter des Jobcenters Weiden-Neustadt.

Es ist die erste größere Gruppe, die jetzt an der Schwelle zur Integration in den Arbeitsmarkt steht. Zusammen mit seinen Kollegen vom Arbeitsgeberservice hatte Neuendank die Stellenbörse organisiert. Eingeladen waren geflüchtete Menschen vorrangig aus fünf Herkunftsländern mit guter Bleibeperspektive und B1-Sprachniveau. Auch Personen mit anderen Migrationshintergründen waren dabei. "In Anbetracht von derzeit 2400 unbesetzten Stellen alleine in unserem Agenturbezirk ist die Not in vielen Betrieben wegen des Personalmangels sehr groß", sagt Klaus Gredinger, Teamleiter des Arbeitgeberteams. Angeboten wurden fast ausschließlich Helferstellen, einige darunter auch als Teilzeitbeschäftigung. Mehr als 120 Stellenangebote aus den Wirtschaftsbereichen Kunststoff, Gastronomie, Lagerlogistik und Reinigung wurden den Arbeitssuchenden angeboten. Um die Stellwände bildeten sich kleine Menschentrauben. Viele Interessierte fotografierten die Angebotstexte mit dem Handy. Kontakte mit den Arbeitgebern knüpften dann die anwesenden Arbeitsvermittler.

Beschäftigt waren auch die beiden Dolmetscher Sobhi Mahmoud und Yaser Alnassar. Beide kommen aus Syrien, waren dort als Englischlehrer tätig und besuchen derzeit die Fachakademie für Übersetzer und Dolmetscher. Obwohl Arbeitgeber nicht eingeladen waren, war ein Personalverantwortlicher gekommen und führte Vorstellungsgespräche.

Damit die Integration gelingt, bieten Jobcenter und Arbeitgeberservice den Betrieben zahlreiche Hilfen. Wenn sich die Suchenden bei Arbeitgebern vorstellen, bringen sie eine Bescheinigung mit, dass der Bewerber die Voraussetzungen für einen Eingliederungszuschuss oder eine Probebeschäftigung erfüllt. Während der zweimonatigen Probebeschäftigung kann der Arbeitgeber den Bewerber kennenlernen, ohne dass eine finanzielle Belastung entsteht.

Wie bei jedem anderen Arbeitssuchenden kann sich dann ein bis zu fünfzigprozentiger Eingliederungszuschuss anschließen. Auch Fördermittel im Rahmen des Programms zur Weiterbildung Geringqualifizierter stehen zur Verfügung.

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