27.03.2017 - 22:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kauf von BHS tabletop durch Serafin-Unternehmensgruppe Tisch für die Zukunft gedeckt

Ein alteingesessenes Münchener Unternehmen übernimmt eine nordostbayerische Traditionsmarke: Die fast 1200 Beschäftigten des Porzellanherstellers BHS tabletop und viele Kleinanleger atmen auf. Die Beteiligten werten den Einstieg der Serafin-Unternehmensgruppe als Mehrheitsgesellschafter sogar als Gewinn.

Auch wenn Bauscher nicht mehr "Weiden", sondern "Germany" im Stempel auf Tassen und Tellern führt: Beim Hotelporzellan ist Bauscher unter den Fittichen der BHS tabletop weltweit der Marktführer. Daran soll auch der Kauf durch Serafin nichts ändern. Luftbild: Michael Ascherl
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Selb/Weiden. Die Deutsche Bank, die Münchener Rückversicherung (Munich Re) und die WMF-Gruppe hatten Ende vergangener Woche Kasse gemacht. Der Verkauf von 2 936 580 Aktien zu je 14,20 Euro brachte ihnen mehr als 41 Millionen Euro ein. Wie berichtet, hielten die bisherigen Eigentümer 86,05 Prozent des Grundkapitals der BHS: davon Deutsche Bank und Munich Re je 29 Prozent.

Nach Informationen unserer Zeitung gab es ein "breitgefächertes Spektrum von Interessenten", seit im April vergangenen Jahres die Verkaufsabsichten öffentlich bekannt wurden. Darunter fanden sich dem Vernehmen nach "verschiedene Investoren-Typen", was übersetzt heißt, dass wohl auch "Heuschrecken" die Hand nach dem hochprofitablen Weltmarktführer für Hotelporzellan ausstreckten. Auch aus aktienrechtlichen Gründen mag dazu der Vorstandsvorsitzende der BHS tabletop AG, Christian Strootmann, am Montag keinen Kommentar abgeben, ebenso wenig zur Preisfindung ("rein die Sache zwischen Verkäufer und Käufer").

Strootmann zeigt sich erfreut und glücklich über das Engagement der Serafin-Unternehmensgruppe: "Ein zukunftsweisendes Bekenntnis zu den Standorten und den Beschäftigten, eine gute Nachricht für Weiden und die gesamte Region." Der Investor ist bekannt dafür, nicht in die operativen Strukturen, also nicht in das Management, seiner (erfolgreichen) Beteiligungen einzugreifen - und Investitionen langfristig zu sehen. Laut Strootmann hätten sich erst in der vergangenen Woche "die Dinge konkretisiert". Dazu gehörten Gespräche des BHS-Managements und Serafin-Geschäftsführung, "um das gemeinsame Verständnis für diese schwierige Branche auszuloten".

Starke Marktposition

"Die BHS tabletop ist hervorragend aufgestellt, verfügt über eine starke Marktposition und verbindet bayerische Industrie-Tradition mit einem beeindruckenden, weltweit funktionierenden Dienstleistungs- und Logistikkonzept", erläutert Philipp Haindl, Geschäftsführer der Serafin-Unternehmensgruppe den Grund für den Erwerb der Aktienmehrheit. "Wir freuen uns, dass wir Teil dieser Porzellantradition werden."

Serafin erwirtschaftet mit 2500 Beschäftigten einen Umsatz von 500 Millionen Euro. Im Portfolio des 150 Jahre alten Unternehmens finden sich in der Kunststoffverarbeitung die Firmen Perlon, Perga-Plastic, Conica AG und Playtop Licensing Ltd.; im Bereich Konsumgüter die suki.international, Heller Tools, KU Kerzenunion und Gersthofer Backbetriebe.

Ein zukunftsweisendes Bekenntnis zu den Standorten und den Beschäftigten: eine gute Nachricht für Weiden und die gesamte Region.Christian Strootmann, Vorstandsvorsitzender BHS tabletop AG

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