Kommentar zum Aus für das Politec-Werk in Weiden
Standort abgeschrieben

Ein "Geschmäckle" umwölkt die komplette Standortschließung der Polytec Group in Weiden. Das undurchsichtige Gebaren erinnert an die Vorgehensweise des Siemens-Konzerns bei der Abwicklung der Kraftwerkssparte in Görlitz. Die börsennotierte Polytec verdient ebenfalls prächtig. Nicht die Sorge um die wirtschaftliche Existenz ist also die Triebfeder ihres unternehmerischen Handelns, sondern zuvorderst die Gewinn-Maximierung.

Das Beispiel Polytec zeigt erneut, wie ausschlaggebend es letztendlich ist, dass die Entscheider in der Region sitzen und ihr Unternehmen nicht nur als eine Art "verlängerte Werkbank" betrachten. Die Polytec-Manager gehen davon aus, andernorts (etwa beim östlichen Nachbarn) billiger zu fertigen als am Standort Weiden in Deutschland. Viele regionale Unternehmen beweisen aber erfolgreich, wie Technologie, Automation und maßgeschneiderte Fertigung im Hochlohn-Land in Kombination mit billigeren Massen-Serien jenseits der Grenzen funktionieren.

Außerdem fremdelt Polytec mit den starken Arbeitnehmer-Vertretungen und -Rechten in Weiden und Deutschland. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich Polytec vom regionalen Mittelständler, der mit seinen Mitarbeitern durch dick und dünn geht. Sozialer Konsens stellt im wahrsten Sinn für den oberösterreichischen Konzern ein Fremdwort dar.
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 09.12.2017 | 04:27  
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