Krankenstand in Nordoberpfalz weit über dem bayerischen Durchschnitt
Steigender Anteil von psychischen Erkrankungen der "Verdichtung in der Arbeitswelt" geschuldet

Dr. med. Michael Angerer, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Kliniken Nordoberpfalz, präsentierte den DAK-Gesundheitsreport 2016 zusammen mit Caroline Schießl, Leiterin des DAK-Servicezentrums. Bild: sbü

Weiden/Amberg. Zum sechsten Male veröffentlich die DAK Zahlen über den Krankenstands ihrer Versicherten für die Landkreise Amberg-Sulzbach, Tirschenreuth, Neustadt und die kreisfreien Städte Weiden und Amberg. Dr. Michael Angerer, Chefarzt der Neurologischen Klinik der Kliniken Nordoberpfalz, stellte den Gesundheitsreport zusammen mit Caroline Schießl, Leiterin des DAK Servicezentrums in Weiden, vor.

Ausgewertet wurde der Mitglieder-Datenbestand der 18 bis 65-Jährigen für 2016. Danach verharrte der Krankenstand in der nördlichen Oberpfalz im Vergleich zum Vorjahr auf vergleichsweise hohem Niveau von 3,9 Prozent. 2010 waren es noch 3,3 Prozent. Der bayerische Durchschnitt beträgt 3,4 Prozent. "Während der Krankenstand in Deutschland zurückging, bleibt er in der nördlichen Oberpfalz konstant", bedauert Angerer. Das Ausbleiben einer größeren Grippewelle habe wenig bewirkt. Besonders niedrige Krankenstände sind im südbayrischen Bereich anzutreffen, so zum Beispiel im Raum München mit 2,7 Prozent. Gut ein Viertel aller Fehltage entfielen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rücken-, Bandscheiben- oder Knieschmerzen. Bereits an zweiter Stelle folgen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 16,5 Prozent an allen Fehltagen weit vor Verletzungen (12,8 Prozent) und Atemwegserkrankungen (12,7 Prozent). Die Zunahme der psychischen Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent mehr Krankheitstage sind laut Angerer vor allem der "Verdichtung in der Arbeitswelt geschuldet". Muskel-Skeletterkrankungen sind sogar um 16 Prozent gewachsen. Obwohl fast die Hälfte aller Krankheitstage auf Langzeiterkrankungen entfällt, würden vor allem die Kurzzeiterkrankungen in den Betrieben besonders negativ empfunden, betont DAK-Vertreterin Schießl.

Für wenig überraschend halten Angerer und Schießl die unterschiedlichen Krankheitsquoten in den einzelnen Wirtschaftszweigen. Mit 5 Prozent liegt das Gesundheitswesen (Krankenhäuser, Arztpraxen und Alten- und Pflegeheime) weit an der Spitze. Hier zeigt sich laut Angerer die hohe Belastung in den Pflegeberufen. Dagegen gibt es in der Datenverarbeitung nur 1,8 Prozent Krankheitstage. Im Baugewerbe liegt die Krankheitsquote nur bei 2,6 Prozent.
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