12.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Maschinenbauer ISA Industrieelektronik fertig 38 Schaltschränke "Herzstück" für Großschleuse

Weiden/Magdeburg. Mittelständler aus der Oberpfalz sind immer wieder an Großprojekten in ganz Deutschland wesentlich beteiligt. Diesmal ist es der Maschinenbauer ISA Industrieelektronik für eine Schleuse bei Magdeburg.

Unternehmenschef und Projektleitung (von links: Alexander Kaschube, Markus Schell, Roland Nitsche und Michaela Zintl) stehen vor Schaltschränken, von denen 38 Stück beim Schleusenbau montiert wurden. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

"Es war für uns ein Großauftrag", sagt Markus Schell, Projektmanagement-Leiter der ISA-Industrieelektronik GmbH, zur neu in Betrieb genommenen Schleuse Zerben des Elbe-Havel-Kanals bei Magdeburg. Bauherr des "Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17" war die bundeseigene Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost zusammen mit dem Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg.

Der Elbe-Havel-Kanal verbindet die Wasserstraßen von Berlin in nördlicher und in westlicher Richtung. In der Baubeschreibung wird die Bausumme der seit 2009 laufenden Maßnahme auf rund 60 Millionen Euro beziffert. "Wir waren mit einem siebenstelligen Betrag beteiligt", erklärt ISA-Geschäftsführer Roland Nitsche. Die Einzelheiten des Auftrags machen das enorme Volumen deutlich. Projektmanagement-Leiter Schell: "Alles was mit Elektrik zu tun hat, von der Erdung bis zur hintersten Leuchte, wurde von der Firma ISA erledigt." Seit 2012 liefen die Vorbereitungsarbeiten für den ISA-Auftrag. Fünf bis sechs Mitarbeiter, darunter Projektleiter, Konstrukteure und Programmierer, waren zunächst beteiligt.

Zwei Jahre dauerte die Ausführung bei einer "Intensiv-Phase" von sechs Monaten. 18 bis 20 ISA-Mitarbeiter kamen dann vor Ort zum Einsatz. Während für Schleusen herkömmlicher Art drei bis vier Schaltschränke zur Anlagensteuerung ausreichen, bedurfte es im Falle der Schleuse Zerben davon 38 Stück. Sie wurden in Weiden vormontiert und steuern den Gesamtbetrieb, insbesondere die Pumpen und Tore.

Selbststeuernde Anlage

Noch sitzt im Leitstand der Schleuse ein Mensch, doch "wir mussten die Technik bereits jetzt für die Zeit ausrichten, in der Schleusen nur aus der Ferne überwacht werden". Alexander Kaschube übte zusammen mit Michaela Zintl die Projektleitung aus. Beide betrachten das Werk als eine sich selbststeuernde Anlage. Sensoren messen und übertragen dabei alle wichtigen Daten wie Wasserstand und Druck in und außerhalb der Kammer. Dabei geht es nicht nur um die Steuerung der Wehre sondern auch um Video-, Lichtsignal-, Elektrolautsprecher sowie Brand- und Einbruchmeldeanlagen. Die Zeiten sind vorbei, in denen Schleusen als rein mechanische Anlagen von Schleusenwärtern geöffnet und geschlossen wurden. Für das Weidener Unternehmen war die Schleuse nicht das erst Großprojekt dieser Art: Zwei sind bereits in Betrieb. Projektiert werden sie im Unternehmensbereich Umwelttechnik der ISA. Die Schleuse Zerben ersetzt weitgehend eine "Altschleuse", die allerdings vorerst in Betrieb bleibt.

Als "nutzbare Länge" werden 190 Meter, als Breite 12,50 Meter angegeben. Schiffe müssen in der Schleuse eine "maximale Fallhöhe von 4,85 bis 5,50 Meter" überwinden. Die Füll-Geschwindigkeit beträgt ein Meter pro Minute.

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