Neues Projekt kommt an
Rumänien hilft unserem Arbeitsmarkt

Stefan Török aus Rumänien (Zweiter von links) lernt gerade bei der Firma Schöninger, wie man Sicherheitsglas herstellt. Mit dabei (von links) Ausbildungsmeister Mathias Neumann, Unternehmenschef Tilmann Schöninger und die Betreuer Thomas Hauer und Birgit Schmid. Bild: sbü

Lange wurde das Projekt vorbereitet. Jetzt kann es der Öffentlichkeit präsentiert werden. 15 junge Menschen aus Rumänen machen eine Ausbildung in Weiden und Umgebung.

(sbü) Von Jahr zu Jahr wird der Mangel an Auszubildenden größer. Da liegt es nahe, sich Hilfe aus dem Ausland zu holen. Schließlich ist in vielen europäischen Ländern die Jugendarbeitslosigkeit extrem hoch. Doch ein solches Vorhaben muss gut vorbereitet sein. Das erkannten auch Arbeitsagentur und der private Bildungsträger GSI (Gesellschaft für Schulungs- und Informationsdienstleistungen). Sie bereiteten ab 2015 ein Projekt vor, mit dem 15 junge Rumänen in Betriebe in Weiden oder Umgebung in Ausbildung gebracht werden.

GSI mit im Boot

Was gründlich geplant wurde, stellten sie jetzt als Erfolgsmodell vor. Das Planziel ist erreicht: 15 Rumänien haben ihre Ausbildung begonnen. "Es war ein langer Weg", sagt Gerald Igl (GSI). Doch der Erfolg gibt ihm Recht. Die wichtigste Hilfestellung leistet das von der Arbeitsagentur Weiden eingesetzt Förderprogramm "Mobi-Pro-EU". Dadurch wurde es möglich, junge Menschen anzusprechen und für eine Ausbildung in Deutschland zu werben. Die GSI arbeitete dabei mit einem rumänischen Partnerbetrieb zusammen.

"Vier Mal war ich auch in Rumänien und habe bei der Auswahl der Jugendlichen mitgewirkt", sagt Thomas Hauer. Der Sozialpädagoge betreut mit Kollegin Birgit Schmid das Ausbildungsprojekt von Beginn an. Schließlich entschied man sich vor Ort für 30 junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahre. An zwei Standorten, in Bukarest und im Siebenbürger Schäßburg, wurde sechs Monate Deutsch-Unterricht erteilt. Er führte zum Sprachniveau B 1.

Wer es geschafft hat und weiter an einer Ausbildung in Deutschland interessiert war, kam im Sommer 2016 zu einem sechswöchigen Praktikum. Dabei lernten sich Betriebe und Bewerber gut kennen. In 15 Fällen kam es am Ende tatsächlich zu einem Ausbildungsabschluss. Ausgebildet werden in zehn Betrieben überwiegend industrielle Fertigungsberufe wie Metallbauer oder Elektroniker, aber auch Bauzeichner und eine Gärtnerin. Unter den 15 Auszubildenden ist Stefan Török. Er ist aus Siebenbürgen und lernt bei Glas-Schöninger Flachglasmechaniker. Unternehmenschef Tilmann Schöninger lobt seinen neuen Auszubildenden: "Im Praktikum hat er uns überzeugt." Längst sei Stefan voll integriert und arbeitet zusammen mit den anderen beiden Auszubildenden seines Jahrgangs im Betrieb. "Man muss sich etwas einfallen lassen, so haben wir keinen Nachwuchsmangel."

Eine einmalige Chance

Für den jetzt 28-jährigen Abiturienten Stefan Török ist es die erste Ausbildung im Leben. In Rumänien hatte er als CNC-Maschinenbediener gearbeitet. Auch Stefans Freundin ist im Ausbildungsprojekt mit nach Deutschland gekommen und lernt Gärtnerin. Kein Problem hat Stefan mit der Blockschule in Zwiesel. "Nur ganz am Anfang glaubte ich, da nicht mitzukommen", erzählt er. Dass sich Stefan zusammen mit den anderen rumänischen Auszubildenden in Deutschland sehr wohl fühlt, dafür sorgen sein Ausbildungsmeister Mathias Neumann sowie die zwei Betreuer des Projekts.

"Wir kümmern uns um die Unterbringung in WGs und alle anderen Dinge, um in Deutschland zu leben", sagt Betreuerin Schmid. Auch eine Whatsapp-Gruppe unter den rumänischen Auszubildenden sei eingerichtet worden. Jede Woche gibt es Sprach- und Stützunterricht für die Ausbildung. Ausbildungsabbrüche sollen verhindert werden. Schließlich betragen diese in anderen Fällen des Förderprogramms rund 50 Prozent.
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