18.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NT-Leser erhält alle Unkosten ersetzt Deutsche Bahn entschuldigt sich

So eine Kreuzfahrt ist ja entspannend. Doch die Bahnfahrt dorthin erweist sich für Theo Spies und seine Familie als nervenaufreibend, gespickt mit Hindernissen. Fast wäre die Schifffahrt ins Wasser gefallen.

Seine Schreiben brachten Theo Spies nur einen Teilerfolg. Dank Oberpfalz-Medien erhält er nun alle Unkosten ersetzt. Bild: Schönberger
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die gute Nachricht vorweg: Dank Großraumtaxi hat die Familie ihr Schiff noch rechtzeitig erreicht. Und dank Oberpfalz-Medien erhält Theo Spies jetzt auch die Kosten für die Taxifahrt von der Deutschen Bahn erstattet. Denn als seine Schreiben an die Bahn nur einen Teilerfolg brachten, schaltete er den "Neuen Tag" ein. Der machte sich mit Erfolg für seinen Leser stark.

Bis dahin hatte sich bei Theo Spies allerdings einiger Ärger angestaut. Und das kam so: Am 12. August um 18.42 Uhr wollte der Weidener (67) mit Frau, Tochter, Schwiegersohn und den beiden Enkeln per Zug von Weiden nach München fahren und von dort weiter per Direktverbindung nach Warnemünde. "Als wir am Bahnhof Weiden ankamen, hieß es schon, der Zug nach Nürnberg hat Verspätung. Ich dachte noch, hoffentlich trifft uns nicht auch so etwas." Doch tatsächlich: Per Durchsage erfahren die Reisenden, dass der Zug nach München wegen eines Notarzteinsatzes ausfällt. Da blieb Theo Spies noch ruhig, denn er hatte sich eine Alternativroute über Hof und Halle geben lassen. Doch etwa 15 Minuten vor Abfahrt hieß es, der Zug Richtung Norden fällt ebenfalls aus.

Jetzt war guter Rat teuer. Servicepersonal ist am Samstagabend im Bahnhof nicht mehr vor Ort. Wenn die Familie den Zug in Hof noch erreichen wollte, musste es schnell gehen. Kurzentschlossen schnappte sich Theo Spies ein Großraumtaxi für die Familie. "So haben wir den Zug noch erwischt. Aber es war nervenaufreibend. Die Frage, wie kommen wir weiter? Die Angst, das Schiff zu verpassen. So ein Schiff wartet ja nicht." Doch - wie gesagt - letztlich ging alles gut. Die Familie ging rechtzeitig an Bord, erlebte einen angenehmen Urlaub.

"Kunden-Vertreib GmbH"

Unangenehm wurde es für den 67-Jährigen erst wieder, als er versuchte, die Kosten für das Großraumtaxi (130 Euro) und die nicht genutzte Platzreservierung nach München (27 Euro) von der Deutschen Bahn ersetzt zu bekommen. Gleich nach der Rückkehr am 24. August reichte er die Belege für Taxi- und Reservierungskosten am Bahnhof in Weiden ein. "Am 4. Oktober, also sechs Wochen nach der ersten Reklamation, erhielt ich eine Überweisung von 27 Euro ohne Erklärung von der DB Vertrieb GmbH." Theo Spies wurde sauer: "Von Kundenorientierung kann da keine Rede sein", schimpfte er. "Meines Erachtens sollte die Vertriebsgesellschaft in eine Kunden- Vertreib GmbH umfirmiert werden." Briefe flatterten hin und her. Der Weidener, der als früheres Vorstandsmitglied der Deutschen Kreditbank in Berlin geschäftlich und privat viel mit der Bahn unterwegs war, wandte sich mit seinem Unmut auch an den Vorstand der Deutschen Bahn und schrieb: "Wenn man auf die Antwort einer Reklamation mehr als ein Vierteljahr warten muss, muss man sich fragen, welchen Stellenwert Kunden bei ihnen einnehmen."

Letztlich überwies die Deutsche Bahn 67 Euro an Spies. Wofür blieb dem Weidener unklar. Denn der Anspruch auf ein alternatives Verkehrsmittel wurde abgelehnt, weil es angeblich an diesem Tag noch eine geeignete Bahnverbindung für die Familie gegeben hätte.

Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien entschuldigte sich nun ein Sprecher der Deutschen Bahn für dieses Vorgehen und erklärt: "Leider wurde die nervenaufreibende Situation für Herrn Spies bisher nicht angemessen gewürdigt und stattdessen die Prüfung der fahrgastrechtlichen Entschädigungsansprüche in den Mittelpunkt gestellt. Wegen fehlender Informationen auf dem eingereichten Formular gestaltete sich dies zunächst jedoch schwierig.

Fehler korrigiert

Gemäß unseren Beförderungsbedingungen bieten wir unseren Kunden die kostenlose Unterbringung in einem Hotel bzw. die Erstattung angemessener Hotelkosten an, wenn es nicht zumutbar ist, die Fahrt noch am selben Tag fortzusetzen. Hiermit wäre am besagten Tag aufgrund der Zugausfälle und der fortgeschrittenen Uhrzeit zu rechnen gewesen. Beim Prüfen des Entschädigungsanspruchs von Herrn Spies wurde dieser Aspekt allerdings nicht beachtet. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Das Servicecenter Fahrgastrechte hat diesen Fehler zwischenzeitlich korrigiert und ersatzweise die Kosten für das Taxi erstattet. Darüber hinaus bitten wir Herrn Spies, die bereits überwiesenen 67 Euro als Entgegenkommen unsererseits für die Unannehmlichkeiten zu betrachten."

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