06.06.2017 - 19:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Oberpfalz-Medien und Volksbank Nordoberpfalz entwickeln Naabwiesen-Areal "Einmaliges Projekt für die Stadt Weiden"

Wichtige Entscheidungen sind getroffen, viele Fragen endlich geklärt: Auf dem freien Gelände von Oberpfalz-Medien in den Naabwiesen soll weiter gebaut werden. Dazu holt sich Oberpfalz-Medien mit der Volksbank Nordoberpfalz einen ebenfalls starken Partner ins Boot.

Annähernd 10 000 Quadratmeter westlich der Dr.-Pfleger-Straße (rechts) wird die neu gegründete "Immo VBOM" bebauen. Bild: Ascherl
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Vor kaum drei Jahren begeisterten die Visionen, die Thomas Maul, Geschäftsführer von Oberpfalz-Medien, andeutete, den Bau- und Planungsausschuss. "Sie perfektionieren das Stadtgefüge", betonte im September 2014 der damalige Baudezernent Hansjörg Bohm.

Die Vorstellung der Projekte in den Naabwiesen verdeutlicht die konsequente Fortführung des Plans, die Nutzung des über 12 000 Quadratmeter großen Areals zwischen Dr.-Pfleger- und Leibnizstraße neu zu ordnen und die vorhandenen Potenziale zu heben. Den bisherigen Weg und die nächsten Schritte schildern Thomas Maul sowie Rudolf Winter, Vorstandssprecher der Volksbank Nordoberpfalz, im Gespräch mit Redakteur Josef Johann Wieder.

"Der neue Tag" erkannte früh die künftige Bedeutung der zentralen Lage in den Naabwiesen.

Thomas Maul: Wir haben schon im Jahr 1974 mit der Umsiedlung von der Ring- an die Weigelstraße die Türe zu einer außergewöhnlichen städtebaulichen Entwicklung des Quartiers geöffnet: Wir waren der "Aufmacher". Die Realschulen, das Elly-Heuss-Gymnasium, das Neue Rathaus, Arbeitsagentur, die Bildungszentren von IHK und Handwerkskammer, Max-Reger-Halle und der Wohnpark Naabwiesen kamen erst nach uns.

Oberpfalz-Medien begann schon vor Jahren, das Areal zwischen Dr.-Pfleger- und Leibnizstraße neu zu ordnen.

Maul: Die Gesellschafter entschieden sich für den Neubau des gesamten technischen Bereiches. Sie investierten gut 25 Millionen Euro. Im Jahr 2011 ging dann das neue Druckzentrum im Gewerbegebiet Weiden-West in Betrieb. Teile der frei werdenden Flächen in den Naabwiesen wurden zu längst benötigen Büros umgebaut.

Nur eine Zwischenlösung?

Maul: Die energetische Sanierung der Bestandsgebäude stand an. Die erneute Investition von 11,5 Millionen Euro war ein weiteres klares Bekenntnis zum Standort Weiden und zur Eigenständigkeit des Verlags. Das Gebäude in der Weigelstraße wurde saniert und umgebaut. Ein Neubau in der Dr.-Pfleger-Straße sorgte für weitere, dringend benötigte Büroflächen, die im Sommer 2016 bezogen wurden. Mit dem Abbruch des ehemaligen technischen Bereiches öffnete sich die Tür für eine neue Nutzung des Areals, die der zentralen Lage in der Innenstadt angemessen ist.

Was ist geplant?

Maul: Wir wollen die frei gewordenen Flächen neu nutzen. Knapp 10 000 Quadratmeter können für Gewerbe und Wohnen überbaut werden.

Ein Medienunternehmen als Immobilienspezialist?

Maul: Nein. Wir bleiben bei unseren Leisten. Aber wir holen uns die Spezialisten ins Boot, die den Markt, die Ansprüche, die Chancen und auch die Risiken kennen.

Und dieser Partner ist die Volksbank Nordoberpfalz?

Rudolf Winter: Wir sind seit Jahrzehnten auf dem Markt. Unsere Immobilienabteilung zählt zu den erfolgreichsten Maklern in der Region. Wir sind erfahren in der Vermarktung von Immobilien, auch in der Vermietung. Wir managen inzwischen unsere eigenen Immobilien, darunter sind auch Gewerbeparks wie etwa in Weiden-West.

Wie ist die Zusammenarbeit organisiert?

Winter: Wir haben uns als Volksbank Nordoberpfalz bereits 2016 durch eine Änderung der Satzung, die die Mitglieder genehmigten, für diese Projekte geöffnet. Die Naabwiesen sollen ja nicht das einzige gemeinsame Vorhaben sein.

Maul: Die Vorbereitungen sind weit gediehen: Am 10. Mai wurde die Immo VBOM GmbH gegründet. Der Unternehmenszweck der Immo Volksbank-Oberpfalz-Medien GmbH ist der Erwerb und die Vermietung von Immobilien. Unsere Gesellschafter vertrauen in die Bündelung der Kompetenzen, also die Immobilien- kompetenz der Volksbank und die Werbung und Vermarktung durch das Medienhaus.

Die Partnerschaft ist nicht auf die weitere Bebauung der Naabwiesen beschränkt?

Maul: Wir streben eine langfristige Zusammenarbeit an, wollen gemeinsam die Region entwickeln.

Winter: Viele unserer Kunden und Mitglieder wollen ihr Geld anlegen, in der Region investieren. Gleichzeitig fehlen Wohnungen und Gewerbeflächen in guten Lagen. Die neue Immo VBOM GmbH hat den ersten Auftrag, das Gelände in der Weigelstraße weiter zu entwickeln. Es wird ein einmaliges Projekt für die Stadt.

Ein gewaltiges Projekt.

Winter: Das wissen wir. Und wir sind in der Lage, es anständig zu stemmen.

Maul: Es wird ein Millionen-Projekt. Deshalb ist die GmbH auch mit einem Stammkapital von 300 000 Euro ausgestattet. Beide Partner bringen es je zur Hälfte ein. Das zeigt auch das große Vertrauen, das wir in dieses Projekt setzen. Mit dieser Vorinvestition soll die Machbarkeit und Nachhaltigkeit des Vorhabens bis zu seiner endgültigen Freigabe geprüft werden. Das letzte Wort haben - zumindest auf unserer Seite - natürlich die Verleger.

Wie geht es konkret weiter?

Maul: Durch einen möglichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Unterlagen wird das erfahrene Stadtplanungsbüro Dragomir aus München, das auch mit dem Bebauungsplan für die Stadtgalerie betraut war, erarbeiten. Wir stehen derzeit mit mehreren Architekten aus der Region in Gesprächen zur Erstellung der weiteren Planungen.

Winter: Die Immo VBOM wird alle für das Bebauungsplanverfahren nötigen Unterlagen wie Verkehrs-, Lärm- und Artenschutzgutachten beibringen. Das Büro Dragomir, das die Vorarbeiten für den neuen Flächennutzungsplan der Stadt Weiden leistet, betreut dann auch das weitere Verfahren.

Wann ist mit dem Baubeginn in den Naabwiesen zu rechnen?

Maul: Wenn alles wie geplant läuft, also keine großen Widersprüche kommen, könnten im Frühjahr 2018 die Bauarbeiten starten. Sobald die Überlegungen und Planungen weiter gereift sind, werden wir diese selbstverständlich öffentlich vorstellen.

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