Pilsener Forschungsinstitut ermuntert Mittelstand zur Digitalisierung
Blick über die Grenze

Da guckten die Mittelständler der Region in Pilsen genauer hin: Sie besuchten die Forschungslabore von NTIS im Bereich Steuerungstechnik. Bild: hfz

Weiden/Pilsen. Wie kann das Forschungsinstitut NTIS (Neue Technologien für Informationsgesellschaft) in Pilsen Firmen bei der Umsetzung der Digitalisierung helfen? Welche Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich daraus für mittelständische Unternehmen? Das waren die beiden Schlüsselfragen bei der Netzwerkveranstaltung "Smart factory für den Mittelstand", zu der Lucie Valentová vom Weidener "Beratungsbüro Oberpfalz" Firmen aus der Region nach Pilsen eingeladen hatte.

Schritt für Schritt digital

Dr. Pavel Balda vom Forschungsinstitut NTIS stellte mögliche Ansätze für kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich der Steuerungstechnik vor. Dabei wies er darauf hin, dass es für mittelständische Unternehmen kleine Lösungen gibt, die dabei helfen, das Unternehmen Schritt für Schritt zu digitalisieren. Gerade für die Mittelständler sei es wichtig, sich an die Technologie heranzutasten und sich mit ihr vertraut zu machen, ohne einen hohen Investitionsaufwand betreiben zu müssen.

Geschäftsführer Marco Bauer von BAM Maschinenbau aus Altenstadt/WN ist Vorreiter in der Umsetzung von kleineren Bausteinen im Sinne der Digitalisierungsstrategie, die er im Anschluss vorstellte. Das "Leuchtturmprojekt" seines neuen Geschäftsmodells bildet ein vollautomatisches Kommissionierungssystem, das mit einem Online-Shop für individuelle Stahlzuschnitte gekoppelt ist. Damit hat Bauer zunächst viel Skepsis bei seinen Mitarbeitern geerntet: "Sie dachten, dass es verrückt sei, solch einen Schritt zu wagen. Jetzt sehen sie, dass wir Endkunden von Schweden bis nach Panama beliefern." Man müsse die Mitarbeiter mitnehmen und ihnen die Vorteile erklären, damit sie mit den ersten Erfolgen selbst stolz auf das Konzept seien, so Bauer. Beide Referenten waren sich einig: Die Firmen sollten mutig sein und den Sprung in die Digitalisierung wagen.

Nach den Vorträgen nutzten die rund 40 Teilnehmer die Möglichkeit, die Labore des Forschungsinstitut zu besuchen und einen dreiarmigen Invershammer, einen von lediglich drei auf der Welt, zu begutachten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.