26.04.2018 - 19:43 Uhr
Oberpfalz

Praktische Übungen mit Holz, Wasser, Maurerkelle und Blumenerde 350 Mädels beim Girls' Day

Eigene Eindrücke über die Arbeitswelt sind durch keinen Unterricht zu ersetzen. Am Girls' Day wird dies seit Jahren möglich gemacht. Das Interesse ist auch diesmal groß.

Ob die Schülerinnen aus Gymnasien eines Tages tatsächlich mit der kelle arbeiten werden? Ausbilder Karl Winkler zeigte es ihnen jedenfalls. Zuschauer (stehend von links) Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger, Teamleiterin Berufsberatung Margot Salfetter und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden Monika Langner
von Siegfried BühnerProfil

(sbü/rdo) 35 Betriebe und Einrichtungen beteiligten sich am diesjährigen Girls' Day. 350 Jugendliche hatten sich gemeldet. Organisiert wurde der Tag von der Arbeitsagentur Weiden gemeinsam mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Agenturbezirk. "Es gibt genügend Beispiele, dass mit diesem Tag die Grundlage für eine spätere Berufsentscheidung gelegt wird", betonte Margot Salfetter, Teamleiterin der Berufsberatung bei der Arbeitsagentur Weiden.

Dabei geht es den Veranstaltern ganz besonders darum, auch Mädchen für die duale Ausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf zu gewinnen. "Die Berufsaussichten und die Bezahlung im Handwerk sind oft deutlich höher als in einem kaufmännischen- oder Verkaufsberuf", sagt Thomas Würdinger, Vorsitzender der Arbeitsagentur Weiden. Alle Betriebe, die sich am Girls' Day beteiligen, bieten ein Aktivitätsprogramm, das Berufsinhalte realitätsnah vorstellt. Würdinger besuchte zusammen mit Teamleiterin Salfetter und Pressesprecherin Karin Hartung einige der Betriebe und Einrichtungen, die sich am Berufsorientierungstag beteiligten. Mit dabei war auch Monika Langner als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden. Zu ihren Stationen zählte unter anderem das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Weiden. HWK-Ausbildungsberater Michael Knauer führte die Gäste durch das Haus. Hier hatten sich 19 Mädchen per Internet angemeldet.

In der Schreinerwerkstatt lernten sie von Ausbilder Sebastian Söllner die Anfertigung eines Würfelspiels aus Holz. Sägen, Bohren und Verleimen standen auf dem Programm. Handwerkliche Praxis erlebten sie auch bei den Maurern. Ausbilder Josef Greiner zeigte, wie man mit der Kelle in der Hand Stein auf Stein legt und die richtige Menge Mörtel dazwischen fügt. Die Geheimnisse eines Verbrennungsmotors lüftete Ausbilder Sebastian Söllner bei den Kfz-Mechatronikern.

"Wir hoffen, dass Sie am Ende des Tages auch über eine Ausbildung im Handwerk nachdenken", sagte Würdinger. Allerdings hob noch keine der Schülerinnen am Vormittag die Hand, als nach einem eventuellen Berufswunsch im Handwerk gefragt wurde. Auf die Frage, ob jemand schon einen Berufswunsch habe, erhielt der Agenturchef nur eine Antwort und die lautete: "Ich will Schauspielerin werden".

Zu den Teilnehmerrekordhaltern am Girls' Day zählte das Wasserwirtschaftsamt in Weiden. Sechs Berufe werden hier ausgebildet, darunter Wasserbauer und Fachkraft für Wasserwirtschaft. Abteilungsleiterin und Ausbildungsbeauftragte Kristina Marshall stellte diese vor und erläuterte auch die Aufgaben ihres Amts. Am Nachmittag ging es ins Freie und zwar zunächst in die Flussmeisterstelle. Dann hieß es: "Unterwegs mit dem Flussmeister".

Bei einer Marktrallye lernten die 13 Mädchen aus Schulen der Stadt und des Landkreises die verschiedenen Abteilungen des Obi-Baumarkts kennen. Der Baumarkt bietet nicht nur den klassischen Ausbildungsberuf Verkäuferin, sondern auch die Lehre als Fachlageristin oder Fachkraft Lagerlogistik an. Der Baumarkt biete gute Aufstiegsmöglichkeiten, betonte Filialleiter Christian Müller, der die Gäste auch begrüßt hatte. Bei einem Quiz mit Daniel Heinz erfuhren die Mädchen, dass ein Mitarbeiter täglich etwa 15 Kilometer im Markt zurücklegt und etwa 205 Millionen Mal im Jahr "Guten Tag" sagen. Mit Akkubohrer und Holzbrettern ging es an die praktische Arbeit: Den Bau eines Balkonblumenkastens mit anschließender Bepflanzung.

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