03.04.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sparda-Bank legt Geschäftsbilanz für 2016 vor Girokonto bleibt vorerst gratis

Ein Geschäftsjahr in einem schwierigen Umfeld liegt hinter der Sparda-Bank Ostbayern. Nicht zuletzt das Zinstief wirkt sich mehr und mehr aus. Trotzdem legt die Genossenschaft in einigen Bereichen zu, weshalb sich der Vorstand in seiner Bilanz zufrieden zeigt. Noch wichtiger dürfte für die Kunden aber eine andere Nachricht sein.

Die Vorstände Johannes Lechner (links) und Michael Gruber (von rechts) sowie Filialdirektor Dieter Holub stellten die Bilanz der Sparda-Bank Ostbayern vor. Mit dabei: Herbert Putzer von der Kinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz-Nord, die vergangenes Jahr eine 30 500-Euro-Spende von der Bank bekam. Bild: fku
von Franz Kurz Kontakt Profil

Für einen längeren Zeitraum will sich bei der Sparda-Bank keiner aus dem Fenster lehnen. Aber zumindest für 2017 wird es beim "Giro" keine Konto- oder Überweisungsgebühren geben. Das erklärt Vorstand Johannes Lechner bei der Vorstellung der Geschäftsbilanz 2016 im Sparda-Bank-Stadion. Wie es danach weitergeht, könne er noch nicht mit Sicherheit sagen. "Das wäre unseriös."

Weniger Zinserträge

Im Gegensatz zu vielen anderen Kreditinstituten, die inzwischen verschiedene Gebühren eingeführt oder erweitert haben, behält die Bank damit vorerst eines ihrer Markenzeichen. Dass dieser Schritt aber auch bei ihr zumindest in der Diskussion ist, hat nicht zuletzt mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu tun. Schon jetzt ist der Zinsüberschuss nach Angaben der Bank um 1,3 Millionen Euro auf 34,98 Millionen zurückgegangen. Das ist laut stellvertretendem Vorstandschef Michael Gruber angesichts des Umfelds noch sehr zufriedenstellend. Trotzdem sind für die Zukunft weitere Rückgänge nicht ausgeschlossen. Und: "Für die kurzfristige Liquiditätshaltung zahlen wir Minuszinsen."

Hinzu kommt, dass die Bankenregulierung laut Lechner hohe Kosten verursacht. "Die Regulatorik hat inzwischen eine Dimension angenommen, die kann man sich nicht vorstellen." Umgekehrt lag die Eigenkapitalausstattung der "Sparda" mit 19,03 Prozent weit über den Anforderungen von rund 8,6 Prozent.

Überhaupt will die Bank das Geschäftsjahr als durchaus positiv werten. Das hat mit anderen Zahlen zu tun. So wurden 2016 neue Kredite in Höhe von 250 Millionen Euro vergeben. Hier mache sich die Expertise in Sachen Baufinanzierung bemerkbar, sagt Gruber. Gleichzeitig seien neue Immobilionekredite auch einer der Gründe für eine andere Steigerung: Sie trugen mit dazu bei, dass die Genossenschaft um fast 7000 Mitglieder auf 109 747 zulegte - einen so großen Zuwachs gab es bislang nie.

Als sehr erfreulich bewertet der Vorstand die Arbeit der Weidener Filiale. Auch hier gab es einen Mitgliederzuwachs um knapp 300 auf 9533, wobei laut Filialchef Dieter Holub wohl auch der gut angekommene neue Selbstbedienungsbereich in Neustadt eine Rolle spielte. Die Einlagen stiegen um 4 Prozent auf 184,4 Millionen Euro, die Kredite um 0,6 Prozent auf 184,4 Millionen Euro.

Mehr Onlinebanking

Umgekehrt ist der Sparda-Führung bewusst, dass viele Kunden die alte, inzwischen rückgebaute Kasse in der Weidener Filiale vermissen. Das sei aber dem Wandel bei den Kunden geschuldet, erklärt Lechner. Die erledigten ihre Bankgeschäfte eben häufig online und kämen oft nur noch für Anlage- oder Kreditberatung in die Filiale. Deshalb werde die Bank ihr Personal in diesen Bereichen noch verstärkt qualifizieren.

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