16.04.2018 - 12:20 Uhr
Oberpfalz

"Startup Day" an der OTH Weiden Brille löst das Handy ab

Eine Matratze mit verstellbarem Härtegrad und ein Motoröl-Recycling-Verfahren: Das sind nur zwei Beispiele aus der Gründerszene der digitalen Welt, die beim "Startup Day" an der OTH zur Sprache kommen. Für Furore wird wohl eine Brille sorgen.

Der digitalen Brille gehört die Zukunft. Das prognostizierte Christian Hubmann beim "Startup Day". Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Es war bereits das vierte Treffen junger Unternehmensgründer der digitalen Welt in der mittleren und nördlichen Oberpfalz. Aus der "Startup Night" der vergangenen Jahre ist der "Startup Day" geworden. Eingeladen hatte die Gruppe "meetDIGITALS" mit der OTH Amberg-Weiden. Veranstaltungsort war das Neue Hörsaalgebäude der OTH in Weiden. Mit dem Satz "Wir bieten dir die perfekten Events dich zu vernetzen" erläuterte Tobias Walbert, Sprecher der Organisatoren, das Veranstaltungsziel: Ideen, Gründer und erfahrene Unternehmer sollen zusammen gebracht werden.

Nach dem Expertenvortrag zur Eröffnung ("Key Note") hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, einzelne Präsentationen ("Sessions") in drei parallel laufenden Vortragsserien zu erleben. Barcamp nennt sich dieses Veranstaltungsformat neudeutsch. Drei Vortragsräume waren eingerichtet worden. Es dominierten grundsätzliche Fragen der Produktgestaltung- und Entwicklung im Zeitalter der Digitalisierung. So erklärte Christian Hubmann vom "The Hubmann Innovation Institut" in Amberg "Wie Schlüsseltechnologien die Welt verändern". Anhand von Startups, die sein Institut begleitet, zeigte er Trends wie ein Gerät, mit dem individuell dosiertes Mineralwasser hergestellt werden kann, eine Matratze mit verstellbarem Härtegrad und ein Motoröl-Recycling-Verfahren.

Doch wann setzt sich eine Technologie durch und wann wird sie zur Innovation, fragte Hubmann und verwies auf die "Gartner Hype Cycle-Kurve" aus dem Jahre 2017. Sie spiegle den jeweiligen Stand der einzelnen neuen Technologien auf dem Weg zur tatsächlichen Innovation. Es gebe demnach ein Auf- und Ab von Erwartungen und Enttäuschungen sowie Blockade-Haltungen, bevor sich eine Technik allmählich als wirtschaftlich erweise und vom Menschen angenommen werde.

"Die Technik der Zukunft aber wird die Brille sein", stellte Hubmann fest. Er dachte dabei vor allem an die Brillen der "Virtual Reality", die ein eigenes Agieren in einer virtuellen Welt ermöglichen, Auch die Anwendungsmöglichkeiten der "Augmented Reality", das Herholen digitaler Informationen in die reale Welt, sei dabei, sich als Innovation durchzusetzen. Fehler im Innovationszyklus würden schnell bestraft werden, Nokia und Quelle wären Beweise.

Ein anderer Vortrag behandelte den Megatrend künstliche Intelligenz am Beispiel der Wohnhausplanung. In circa 18 Monaten soll es soweit sein, dass aus dem vorhandenen Hausplanungskonfigurator ein Instrument mit künstlicher Intelligenz wird. Dann würden nur noch wenige Angaben ausreichen, um eine komplette Wohnhausplanung mit allen Einzeldetails wie Küchen- und Heizungsgestaltung durchzuführen. Alexander Goetz vom Unternehmen Planery aus Amberg berichtete dazu.

Spannend wurde es im Vortrag von Louis Bauer, der zum Team "meetDIGITALS" gehört. Als Wirtschafts- und Informatikstudent an der TU München arbeitete Bauer mit am Studentenprojekt "WARR Hyperloop". Es wurde Sieger eines Ausschreibungswettbewerbs, in dem zukünftige Transportsysteme innerhalb von Röhren entwickelt wurden. Sie könnten eines Tages Flugzeugen Konkurrenz machen. Zwölf Monate war Zeit, eine Kapsel als Transportfahrzeug zu bauen. Diese schaffte in der eine Meile langen Teströhre eine Geschwindigkeit von 324 Stundenkilometer - und siegte beim Wettbewerb.

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