18.07.2017 - 20:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Technologische Forschung vom Feinsten: Samhammer AG: im "Space Office" zur künstlichen Intelligenz

Noch wissen es nur Insider und bis zur großen Eröffnungsfeier dauert es noch. Bei der Samhammer AG gibt es eine wichtige Neuentwicklung. Die ganze Region soll davon profitieren.

In diesen Rechnern verbirgt sich reichlich "künstliche Intelligenz". Sie wurde vor sechs Jahren entwickelt. Unternehmer Norbert Samhammer, Technikchef Reinis Vicups und "Senior Vice President" Ralf Plüschke (von rechts) wollen den Schrank für einige ausgewählte Partner öffnen. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Die Samhammer AG gründete mit Wirkung zum 1. Juli das Technologische Institut für angewandte künstliche Intelligenz. "Keimzelle" der eigenständigen GmbH sind die bereits bestehenden Unternehmensbereiche künstliche Intelligenz und anwendungsorientierte Softwareentwicklung. Zusammen mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft soll dann das neue Institut wachsen. Es wird gemeinschaftlich von geschäftsführendem Vorstand Norbert Samhammer und Reinis Vicups, dem technischen und wissenschaftlichen Leiter geführt.

Zusammen mit Ralf Plüschke, zuständig für strategische Aufgaben, stellten Samhammer und Vicups das neue Institut vor. Aufgabe des Instituts für angewandte künstliche Intelligenz sei die "technologische Forschung und angewandte Verfahrenstechnologie auf all jenen Gebieten der künstlichen Intelligenz voranzutreiben, von denen die deutsche Industrie und der deutsche Mittelstand insgesamt profitieren können". Ergänzend zum Forschungs-, Entwicklungs- und Dienstleistungsbereich des Instituts soll ein technologischer Beirat mit "namhaften Repräsentanten der politischen, wirtschaftlichen und universitären-wissenschaftlichen Welt" eingerichtet werden.

Seit sechs Jahren beschäftigt sich bei der Samhammer AG ein Team aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Softwareentwicklern mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Praxis. Im Unterschied zu den üblichen Verfahren in Forschungsabteilungen großer Unternehmen wird bei der Samhammer AG die Entwicklung und praktische Anwendung immer als Einheit gesehen.

Jenseits des "Gehirns"

"Andere sind noch nicht soweit", meint Samhammer. Er kann unter anderem im Unternehmensbereich "Help Desk" auf jahrelange Erfahrung im Einsatz künstlicher Intelligenz zurückblicken. Dabei wurden "Betriebs-Architekturen" entwickelt, bei denen die sich laufend verändernden Algorithmen in den großen Datenmengen erkannt werden, um schließlich zur selbstlernenden Software zu werden. Die Systeme berücksichtigen eine für den Menschen nicht mehr überblickbaren Umfang von Parametern. "In weniger als zwei Sekunden werden dabei Lösungen entwickelt, zu denen das menschliche Gehirn kaum imstande ist", erläutert Technik-Leiter Vicups. Und sein Kollege Plüschke ergänzt, dass es nur dadurch möglich gewesen sei, Arbeitsplätze in Weiden zu halten und nicht aus Konkurrenz- und Kostengründen in Billiglohnländer zu verlagern. Allerdings musste das Unternehmen dafür mehrere Millionen Euro investieren.

Offen für Partner

Auch das bayrische Wirtschaftsministerium hat sich mit Fördermitteln beteiligt, was in der Privatwirtschaft eine besondere Ausnahme sei, stellen die Unternehmensvertreter fest. "Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir glauben, zusätzliche Partner mit ins Boot holen zu können", betont Samhammer. Zunächst denkt der Unternehmer an die Universität Bayreuth, mit der bereits zusammengearbeitet wird. Sehr nahe liegend sei auch eine Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden.

Darüber hinaus sollen Partner aus der Wirtschaft gewonnen werden. Das Institut für angewandte künstliche Intelligenz wird in die neuen Räume des "Space Office" der Samhammer AG einziehen.

 

 

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