12.06.2017 - 19:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tipps vom Energieberater bei Oberpfalz-Medien Wenn die Heizung gurgelt

Was tun, wenn es in der Heizung gurgelt und das Thermostatventil pfeift? Antworten gibt Matthias Rösch, Geschäftsführer des Energietechnologischen Zentrums Nordoberpfalz, im Rahmen einer Vortragsreihe bei Oberpfalz-Medien.

Ohne Energieberater geht bei der Heizungssanierung nichts. Das machte Matthias Rösch vom Energietechnologischen Zentrum Nordoberpfalz den Zuhörern bei Oberpfalz-Medien klar. Bilder: exb (2)
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Das Medienhaus nutzt seinen Neubau mit Medienraum inzwischen für Vorträge, die interessante Themen kostenlos der Öffentlichkeit vermitteln.

Die erste Erkenntnis des aktuellen Vortragsabends: Ohne Energieberater geht bei dem hoch komplexen Thema gar nichts. Was viele vielleicht noch nicht wissen: Auf der Rückseite der Max-Reger-Halle sitzt das Energietechnologische Zentrums Nordoberpfalz (www.etz-nordoberpfalz.de), das eine kostenlose Erstberatung anbietet, in der sie das Dickicht der Energiesparförderung lichtet. Kostenpflichtige Beratung erhält man dann von anerkannten Energieberatern, die unter www.energie-effizienz-experten.de zu finden sind.

Für die meisten Förderanträge ist es sowieso notwendig, einen Energieberater einzuschalten, sonst gibt es kein Geld. Wer den Vortrag gehört hat, wird das aber sowieso freiwillig tun. Matthias Rösch beschränkte sich auf die Grundlagen, "sonst sitzen wir nachts um zehn noch hier", sagte er zu Beginn des Vortrags um 18 Uhr. Wer es geschickt anfängt, kann sich vom Staat eine Menge Zuschüsse sichern. Zuständig sind die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau, www.kfw.de) und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, www.bafa.de). Allerdings gilt: Nur wer selbst viel investiert, bekommt auch richtig viel Geld. Die aufwendige Wärmepumpe mit teurer Erdwärmesonde etwa kann bis zu 7250 Euro an Zuschüssen bringen. Und wer eine eigene Brennstoffzelle für 30 000 bis 40 000 Euro in Betrieb nehmen will, den belohnt der Staat mit durchschnittlich 10 000 und maximal 28 200 Euro an Zuschüssen.

Geld für Optimierung

Nur gut, dass es auch Zuschüsse für bescheidenere Maßnahmen zur Energieeinsparung gibt. Satte 30 Prozent Förderung verspricht das neueste Förderprogramm zur Heizungsoptimierung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dabei müsse man nur relativ wenig Geld in die Hand nehmen. Zum Beispiel für den Austausch der Umwälzpumpe. Eine alte Pumpe verbraucht in einem Einfamilienhaus laut Matthias Rösch pro Jahr Strom im Wert von 115 bis 172 Euro und ist damit der größte Stromverbraucher im Haus, noch vor Elektroherd und Kühlschrank. Eine neue dagegen kostet im Jahr nur 14 bis 29 Euro und wird damit zum sparsamsten Stromverbraucher im Haus.

"Hydraulischer Ausgleich"

Eine weitere förderbare Maßnahme ist der sogenannte "hydraulische Ausgleich": Je nach Nähe zum Heizkessel bekommen die Heizkörper unterschiedlich viel Wärme ab. Das führt dazu, dass nahe gelegene Heizkörper zu heiß werden und die Thermostatventile pfeifen. Weiter entferntere Heizkörper bekommen dagegen zu wenig Wasser ab und gurgeln. Insgesamt kann das Vorlaufwasser nicht genug Wärme abgeben und der Rücklauf ist zu warm.

Das Problem dabei ist, dass die heute üblichen Brennwertkessel dann nicht optimal funktionieren: Bei ihnen muss das Rücklaufwasser der Heizung das Abgas so weit kühlen, dass der Taupunkt des im Abgas enthaltenen Wassers unterschritten wird und die Kondensationswärme des kondensierenden Wassers frei wird. Ist der Rücklauf aber zu warm, funktioniert das nicht. "Brennwertkessel funktionieren nur bei kaltem Rückfluss". Abhilfe schaffen Drosseln, die bei den zu gut versorgten Heizkörpern den Durchfluss bremsen, damit für die anderen Heizkörper genügend Wasser übrig bleibt.

Eine alte Umwälzpumpe verbraucht in einem Einfamilienhaus pro Jahr Strom im Wert von 115 bis 172 Euro und ist damit der größte Stromverbraucher im Haus, noch vor Elektroherd und Kühlschrank.Matthias Rösch, Geschäftsführer des Energietechnologischen Zentrums Nordoberpfalz

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