08.09.2017 - 11:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Veränderte Arbeitsweise im Servicezentrum des Finanzamts Weiden Servicezentrum wird abgespeckt

Egal ob bei der Abgabe von Steuererklärungen, beim Vorwegeintrag auf der Lohnsteuerkarte oder wenn es um allgemeine Fragen geht: Ihre Hilfe ist sehr willkommen. Seit mehr als 16 Jahren prägen die Bearbeiter im Servicezentrum das Bild des Finanzamtes. Jetzt gibt es Änderungen.

Sie gelten für die Steuerbürger als erste Anlaufstelle in steuerlichen Angelegenheiten: die Mitarbeiter im Servicezentrum. Dass Gerhard Feslmeier Steuererklärungen sofort bearbeitet, gehört bald der Vergangenheit an. Ab November werden Unterlagen nur noch angenommen. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Ab 1. November werden alle herkömmlichen Papiererklärungen, nebst Belegen, an das Datenerfassungs-und Scanzentrum nach Wunsiedel zur elektronischen Erfassung geliefert. Für das Weidener Finanzamt bedeutet das eine Umstellung. Im Servicezentrum werden dann eingehende Steuererklärungen nur noch angenommen. Die herkömmliche Belegprüfung und sofortige Bearbeitung entfällt ersatzlos. Das bisherige Dreierteam wird auf zwei Sachbearbeiter schrumpfen.

Die beiden Beamten im Rumpf-Servicezentrum ergänzen oder korrigieren dann künftig nur noch offensichtliche Unrichtigkeiten, fehlende Unterschriften etwa. Beigefügte Belege verbleiben grundsätzlich ungeprüft bei den Steuererklärungen, die dann an die Erfassung weitergeleitet werden. Auf Verlangen der Bürger können Belege, die nicht aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen vorgelegt werden müssen, wie Steuerbescheinigungen oder Spendenbelege, bereits vorab zurückgegeben werden. Eine spätere erneute Anforderung im Rahmen der Bearbeitung behält sich das Amt allerdings vor.

Bayernweite Umstellung

Die Veränderungen in der Servicestelle fänden bayernweit statt, unterstreicht Amtsleiter, Leitender Regierungsdirektor Hubertus König. An fast allen bayerischen Finanzämtern sei die Umstellung bereits erfolgt. Weiden sei eines der letzten Ämter, das derzeit noch nach der herkömmlichen Weise arbeite.

Die Neuerungen hätten natürlich schon einen Grund: Steigende Fallzahlen, eine beschränkte Personalkapazität und die Komplexität der Steuergesetze führten zu immer mehr Veränderungen in den Arbeitsabläufen bei den Finanzämtern, erklärt König. Er macht deutlich, dass daneben die technische Entwicklung in zunehmendem Maße auch das Besteuerungsverfahren beeinflusse.

Digitalisierte Prozesse

Bund und Länder hätten deshalb ein gemeinsames Konzept zur "Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" entwickelt und gesetzlich verankert, um eine Verbesserung der Arbeitsqualität durch eine erhöhte Standardisierung der Arbeitsabläufe zu erzielen. Der Plan sehe vor, dass eine möglichst große Zahl an Steuererklärungen unter Einsatz von Risikofiltern ("Risikomanagementsystemen"), im Idealfall vollständig automationsgestützt, bearbeitet werde.

Für Arbeitnehmer gebe es ja schon lange die Möglichkeit, Steuererklärungen elektronisch ans Finanzamt zu übermitteln. Davon machten die Bürger auch rege Gebrauch. Um den modernen Anforderungen gerecht zu werden, sei es deshalb notwendig geworden, dass alle Steuererklärungen, egal ob elektronisch übermittelte Elster-Erklärungen oder solche auf herkömmlichem Papiervordruck, in einem einheitlichen EDV-geprägten Arbeitsumfeld abgearbeitet würden.

Die Amtsleitung bittet für die Umstellung, die alle Ämter in Bayern betreffe, um Verständnis. König versichert, dass das Servicezentrum zu den entsprechend geänderten Öffnungszeiten auch besetzt sei. Es werde weiterhin erste Anlaufstelle für die Bürger bleiben, wenn auch in abgespeckter Form.

Neue Öffnungszeiten

Bereits ab 15. September gelten für das Servicezentrum folgende Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 7.30 bis 13 Uhr, Donnerstag 12 bis 17 Uhr, Freitag 7.30 bis 12 Uhr.

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