17.06.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verzögerungen bei Steuererklärungen - Weidener Finanzamt trotzdem überdurchschnittlich schnell Probleme, aber keine hausgemachten

von Franz Kurz Kontakt Profil

Die Steuerzahler aus Weiden und dem Landkreis Neustadt brauchen Geduld. Bis ihr Bescheid im Briefkasten liegt, dauert es in diesem Jahr beispielsweise für Arbeitnehmer zwei bis drei Wochen länger als 2009 - durchschnittlich. Denn je nach Art der Steuererklärung kann die Bearbeitung in Extremfällen auch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Gründe für die Verzögerungen seien mittlerweile aber weitgehend behoben, bestätigte die stellvertretende Leiterin des Finanzamts, Elke Kudlich-Schwarz, gegenüber dem NT .

Im Schnitt, so Kudlich-Schwarz, betrage die Bearbeitungszeit im Amt bei Arbeitnehmern 30 bis 35 Tage, in den anderen Bereichen, etwa beim Gewerbe, 50 bis 55 Tage. Am unteren Ende dieser Spanne lägen jeweils elektronisch abgegebene Erklärungen, da diese für das Amt weniger Aufwand bedeuteten und deshalb "von uns bevorzugt bearbeitet werden".

"Extrem späte" Änderungen

Die allgemein längere Bearbeitungszeit erklärt dies allerdings noch nicht. Ein Grund dafür liegt laut Kudlich-Schwarz vielmehr darin, dass die gesetzlichen Änderungen für den aktuellen Veranlagungszeitraum, also 2009, "extrem spät waren". Dadurch seien den Finanzämtern die nötigen Computerprogramme zur Berechnung sehr spät, teilweise erst Ende Mai, zur Verfügung gestellt worden. Hinzu kommt, dass die Anträge oft fehlerhaft seien. Etwa bei der Anlage KAP, die fast 50 Prozent der Erklärungen beiliege, sei geschätzt "jedes zweite Formular unvollständig ausgefüllt". In solchen Fällen müssten die Bearbeiter bei den Bürgern extra nachfragen. Zu guter Letzt seien auch noch die Daten der Banken, die durch die Einführung der Abgeltungssteuer 2009 nötig wurden, "teilweise verspätet" gekommen.
Vor allem kompliziertere Erklärungen, für die noch dazu erst sehr spät die Berechnungsprogramme zur Verfügung standen, machen dem Amt somit Probleme. Während einfache Bescheide also relativ schnell rausgingen, müssen andere Bürger im Extremfall daher schon seit Anfang des Jahres warten. Jetzt, wo die Programme da sind, will das Amt aber "alle Kraft, alles Personal reinstecken, um den großen Rest zügig zu bearbeiten".

Dass die Bürger da mit Unmut reagieren, hält auch Kudlich-Schwarz für "verständlich". Trost gibt es für die Oberpfälzer dennoch - zumindest ein wenig. Denn zum einen treten diese Verzögerungen natürlich bundesweit auf. Und wenigstens relativ rasch arbeiten die Weidener, der Vize-Amtsleiterin zufolge, auch: Bei den Arbeitnehmer-Erklärungen seien sie bayernweit bei den schnellsten zehn Prozent - und auch in den übrigen Bereichen "ganz sicher in der vorderen Hälfte".

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