09.06.2017 - 15:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

„Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG“ Winter führt neue Regionalbank

Rudolf Winter wird zunächst an der Spitze der fusionierten "Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG" stehen. Aus den derzeit sieben Vorständen werden ab 1. Januar 2019 vier: Thomas Ludwig, Rainer Lukas, Thomas Wirth und Bernhard Wolf (in alphabetischer Reihung).

Der Vorstandssprecher der Volksbank Nordoberpfalz, Rudolf Winter (links), leitet die fusionierte Großbank bis Ende 2018. Zur Seite stehen ihm u. a. die Vorstände Thomas Ludwig (rechts) und Rainer Lukas (Vierter von rechts) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Josef Kürner (Dritter von links). Bild: cf
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Die "Väter" der größten genossenschaftlichen Verschmelzung dieses Jahres in Bayern, Rudolf Winter, Hermann Ott als Vorstand der Raiffeisenbank Weiden und Vorstand Josef Strauß von der Raiffeisenbank im Stiftland, treten dann in Ruhestand. Altersbedingt. Für Strauß gilt zeitnah eine Altersteilzeit-Regelung. Auch der 17-köpfige "Interims"-Aufsichtsrat schrumpft schon im Frühjahr 2018 auf neun Mitglieder: Josef Kürner, Winfried Hecht, Josef Schwägerl, Liane Birne, Manfred Lehner und Herbert Preisinger (je zwei von den drei fusionierten Banken) sowie drei Aufsichtsräte aus den Reihen der rund 730 Mitarbeiter.

Wettbewerb über Qualität

Wie berichtet, machte die Vertreterversammlung der Volksbank Nordoberpfalz am Donnerstagabend die Verschmelzung mit einem einstimmigen Votum perfekt: Nachdem zuvor die Vertreter der Raiffeisenbank Weiden diesem Schritt zu 100 Prozent und der Raiffeisenbank im Stiftland 93,65 Prozent zugestimmt hatten. Die Volksbank übernimmt die "Gesamtrechtsnachfolge". Aufsichtsratsvorsitzender Josef Kürner erinnerte nochmals an die "Tragweite und Bedeutung" für eine "nachhaltige Zukunftssicherung". "Die Ertragslage ist wichtiger als die Bilanzsumme", relativierte Kürner die künftige 2,6 Milliarden Euro schwere Bilanz. Vorstandssprecher Rudolf Winter betonte, dass bei der Verschmelzung nicht "drei Welten und Philosophien" aufeinander stoßen, sondern genossenschaftliche Prinzipien den Mehrwert für die Mitglieder und Kunden bringen. Winter setzt bei der künftigen Geschäftsstrategie auf verstärkte Spezialisierung, "der Wettbewerb wird über Qualität entschieden". Denn die herkömmlichen Bankdienstleistungen seien (im Online-Zeitalter) vergleichbar wie noch nie. Den "zukunftsweisenden Verschmelzungsvertrag" (Winter) beurkundete übrigens Notar Dr. Damian Najdecki. Rudolf Winter bekräftigte die "Position der Stärke".

Zusätzlich Millionen Euro durch vermietete Immobilien

Eine clevere Anlagestrategie der Volksbank Nordoberpfalz in eigene Immobilien verhindert ein weiteres Abschmelzen des operativen Gewinns durch den Nullzins. So erzielte die Volksbank 2016 beim Rewe-Markt in Vohenstrauß eine Brutto-Mietrendite von 5,6 Prozent, Edeka-Markt in Hof 5,5 Prozent, bei einer Psychosomatischen Klinik am Chiemsee 4,2 Prozent und bei einem Bürogebäude in Weiden 4,5 Prozent. Vorstandssprecher Rudolf Winter erwartet in diesem Jahr Mieterträge von 2,3 Millionen Euro. Bei der Vertreterversammlung dankte Winter ausdrücklich den Verleger-Familien von Oberpfalz-Medien - stellvertretend der anwesenden geschäftsführenden Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl - für das gemeinsame Projekt der Naabwiesen-Bebauung.

Trotz einer rückläufigen Zinsspanne von 2,04 auf 1,92 Prozent stieg 2016 das bereinigte Betriebsergebnis von 8,135 Millionen Euro (2015) auf 10,126 Millionen Euro. Für 2017 rechnet Winter mit einer weiter sinkenden Zinsspanne auf 1,79 Prozent. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 1,02 auf 1,082 Milliarden Euro. Stark ist die Volksbank bei Kundenkrediten mit einem Plus von 5,4 Prozent auf 736 Millionen Euro unterwegs. Hier legte das Neugeschäft um 23,2 Prozent auf 249 Millionen Euro zu. Die Kundeneinlagen wuchsen um überdurchschnittliche 5,8 Prozent auf 783 Millionen Euro. Das Eigenkapital kletterte um 7,7 Millionen auf 109 Millionen Euro. Winter versicherte, dass es weiterhin keine Minus-Zinsen geben werde. Die Dividende beträgt 3 Prozent. (cf)

Diese genossenschaftliche Fusion wird an der Sparkassenfamilie nicht spurlos vorbei gehen.Oberbürgermeister Kurt Seggewiß

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