05.06.2017 - 17:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Woche der Entscheidung bei drei Volks- und Raiffeisenbanken Neue Super-Regionalbank

Die Nordoberpfalz rückt wirtschaftlich noch dichter zusammen: Wenn die Mitglieder zustimmen - und darauf deutet alles hin - entsteht noch in diesem Jahr eine der größten genossenschaftlichen Banken in Bayern.

Woche der Entscheidung: Ab heute stimmen die Genossen in Vertreterversammlungen über die Verschmelzung ab. Weiden (Bild) soll juristischer Sitz der künftigen Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG werden. Bild: cf
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Weiden/Waldsassen. 2,453 Euro Milliarden Euro Bilanzsumme bringen die Volksbank Nordoberpfalz, die Raiffeisenbank Weiden und die Raiffeisenbank im Stiftland auf die Waage. Vor der Fusion steht allerdings die mindestens 75-prozentige Zustimmung der Mitglieder: In dieser Woche fallen die Entscheidungen auf den eng abgestimmten Vertreterversammlungen in Waldsassen und Weiden am 6. , 7. und 8. Juni.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit warben die drei Banken in den vergangenen Monaten bei 18 Regionalversammlungen für die Verschmelzung. Dabei gab es dem Vernehmen nach keinen Widerstand, sondern nur "gesteigerten Informationsbedarf", vor allem im Stiftland.

"Vollzug" am 9. September

Die von unserer Zeitung befragten Vorstände Rudolf Winter (Volksbank), Thomas Wirth (RB Stiftland) und Bernhard Wolf (RB Weiden) sehen allesamt "zuversichtlich, aber gespannt" den Abstimmungen entgegen. "Es geht kein einziger Arbeitsplatz verloren, wir bleiben weiter in der Fläche präsent", betont Wirth. Von den wenigen Doppelstandorten ("Überlappungen") in Windischeschenbach, Tirschenreuth und Mitterteich abgesehen, bleiben auch die mehr als 40 Geschäftsstellen bestehen: im Nordosten von Waldsassen und Bärnau bis Luhe im Süden, von Schlammersdorf im Westen bis Eger und Pilsen im Osten.

Die künftige Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG zählt 726 Beschäftigte, mehr als 110 000 Kunden und annähernd 46 000 Mitglieder. Die Zahl von bisher 31 selbstständigen Volks- und Raiffeisenbanken in der Oberpfalz schrumpft nach der Verschmelzung auf 29. Nach der Liga-Bank in Regensburg (die eine Sonderrolle einnimmt) wird die VR Bank Nordoberpfalz die mit Abstand größte Volks- und Raiffeisenbank im Regierungsbezirk. Die neue Super-Regionalbank überflügelt auch deutlich die konkurrierende Sparkasse Oberpfalz-Nord mit einer Bilanzsumme von 1,442 Milliarden Euro (2015) und die Vereinigte Sparkasse Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß mit rund 1,4 Milliarden Euro (2015).

Millionen-Einsparungen

Die "Vernunftehe" soll juristisch und technisch zum 9. September 2017 vollzogen werden. Designierter Vorstandssprecher der Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG ist Rudolf Winter. Juristischer Sitz soll Weiden werden. Auch die Adresse der Website steht schon fest: vr-nopf.de. Der Vorstand umfasst - zunächst - sieben Köpfe: neben Winter seine Kollegen Thomas Ludwig und Rainer Lukas, Hermann Ott und Bernhard Wolf von der Raiffeisenbank Weiden sowie Thomas Wirth und Josef Strauß von der Raiffeisenbank im Stiftland. Der Aufsichtsrat wird deutlich verkleinert. Wie berichtet, verursacht die "Fusion auf Augenhöhe" einmalige Kosten in Millionenhöhe. Allein der Fiskus verdient dabei mit einer 3,5-prozentigen Grundsteuer auf alle Immobilienwerte "sehr ordentlich".

Dagegen stehen jährliche Millionen-Einsparungen bei den Sach- und Regulierungskosten. Die fusionierte Bank will in allen Geschäftsbereichen deutlich wachsen, wobei Digitalisierung, Spezialisierung der Mitarbeiter sowie Beratungskompetenz einen zentralen Stellenwert einnehmen.

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