22.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zahl der Wohnungseinbrüche in Oberpfalz steigt: Polizei geht härter vor Das Trauma nach dem Einbruch

Die Entwicklung ist besorgniserregend: Die Zahl der Wohnungseinbrüche lag 2013 in der Oberpfalz um 100 Fälle höher als fünf Jahre zuvor. Die Polizei verstärkt den Kampf gegen die Einbrecher. Dazu wertet sie die Muster der Täter aus.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Oberpfalz steigt kontinuierlich an. Nur eine geringe Zahl der Straftaten wird von der Polizei aufgeklärt. Grafik: NT/AZ
von Sonja Kaute Kontakt Profil

"Jedes Täterverhalten ist musterbasiert", sagte Analysespezialist Günter Okon vom Landeskriminalamt (LKA) im August bei der Vorstellung einer Software, die Einbrüche vorhersagen können soll. Die bayerische Polizei testet die Software ab Oktober in München und im Großraum Nürnberg und hofft auf ein neues Mittel gegen die steigenden Einbruchszahlen. Allein 2013 sind die Wohnungseinbrüche in Bayern um rund zwölf Prozent auf knapp 6400 Fälle angestiegen. Laut Innenministerium hat sich dieser Trend im ersten Halbjahr 2014 fortgesetzt. 429 Mal haben sich Einbrecher 2013 über Wohnungen und Häuser im Regierungsbezirk Oberpfalz hergemacht.

Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es im Freistaat allerdings bundesweit die wenigsten Einbrüche: Pro 100 000 Einwohner waren es 2013 51 Einbrüche in Wohnungen (bundesweit sind es 186). Die Oberpfalz ist bezogen auf Wohnungseinbrüche der zweit-sicherste Regierungsbezirk in Bayern. Im Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz 2013 wird der Anstieg in der Region insgesamt als "kontinuierlich, jedoch geringfügig" eingeschätzt.

Geringe Aufklärungsquote

In der nördlichen und mittleren Oberpfalz zeigt sich beim Zahlenvergleich, dass vor allem in den kreisfreien Städten Weiden und Amberg im Verlauf der vergangenen Jahre öfter in Wohnungen eingebrochen wurde. Die Fallzahl im Jahr 2013 war in diesen Städten fast gleich hoch (36 in Weiden, 38 in Amberg). Die Wohnungseinbrüche in Amberg sind 2013 auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre gestiegen. Sie liegen aber trotzdem nur ungefähr halb so hoch wie in Weiden vor zehn Jahren. Die Aufklärungsquote von Wohnungseinbrüchen ist gering: 2013 lag sie bei rund 15 Prozent. Nur drei Jahre zuvor waren es mehr als zehn Prozent mehr. Im Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz 2013 heißt es, die Quote liege "damit im Vergleich der Regierungsbezirke im unteren Mittelfeld".

Mit Hinblick auf diese Zahlen ist es fast überraschend, dass die Mehrheit der Deutschen keine Angst vor Langfingern hat: Zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent) fühlen sich einer aktuellen und repräsentativen Studie des Immobilienportals immowelt.de zufolge im eigenen Zuhause sicher. Albert Brück, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberpfalz, betont: "Für uns ist es wichtig, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Ein Einbruch ist belastend: Jemand wühlt in ihrem intimsten Bereich herum." Viele Kollegen berichteten, es sei "erschütternd, wie das die Leute mitnimmt". Einbruchsopfer seien häufig Tage nach der Tat "verängstigt und im Schockzustand".

Ein Vorurteil besagt, viele Einbrecher seien Ausländer - stimmt das? Auch dazu gibt es Zahlen, allerdings sind sie aufgrund der geringen Anzahl an ermittelten Tatverdächtigen nur eingeschränkt verlässlich.

Meistens Deutsche

Die Nationalität der ermittelten Tatverdächtigen ist breit gestreut, die meisten Einbrecher sind jedoch Deutsche (im Schnitt rund 80 Prozent der Tatverdächtigen). Laut Sicherheitsbericht wohnen knapp 60 Prozent der Tatverdächtigen in der Tatortgemeinde.

Was hilft gegen Einbrüche? Wohin mit den Wertsachen? Viele weitere Zahlen, Infos und Tipps gibt es unter: www.oberpfalznetz.de/einbruch

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