27.02.2018 - 14:50 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Zertifikat für die Porzellanfabrik Seltmann Erfolgreich im Kampf um Azubis

Nachwuchskräfte sichern die Zukunft eines Unternehmens. Sie zu gewinnen, darin agiert die Christian Seltmann GmbH sehr erfolgreich. Dafür gibt es nun eine Auszeichnung der Arbeitsagentur.

Arbeitsagentur-Chef Thomas Würdinger (Vierter von links)) überreicht das diesjährige Ausbildungszertifikat für Großbetriebe an Geschäftsführer Josef Kallmeier (Dritter von links) von der Porzellanfabrik Seltmann. Mit dabei auch Seltmann-Personalleiter Christian Steiner (Zweiter von links) und Sigrid Lang vom Personalbüro sowie Richard Murr (links) vom Arbeitgeberteam der Arbeitsagentur Weiden. Bild: Bühner
von Siegfried BühnerProfil

"Die betriebliche Ausbildung bei der Firma Seltmann hat Modellcharakter", lobte Arbeitsagentur-Chef Thomas Würdinger den Porzellanhersteller bei der feierlichen Übergabe des Ausbildungszertifikats der Agentur für Arbeit. Es war das Zertifikat für Großbetriebe, das anlässlich der Woche der Ausbildung in diesem Jahr vergeben wurde. Mit dem Zertifikat will die Arbeitsagentur "auf engagierte Betriebe hinweisen, die dem Thema Ausbildung einen hohen Stellenwert einräumen".

Seltmann bietet seit vielen Jahren Ausbildungsplätze in acht verschiedenen Lehrberufen. Unter den rund 750 Mitarbeitern in der Region sind knapp 50 Auszubildende, was einem Anteil von fast 7 Prozent entspreche, sagte Würdinger. Für Geschäftsführer Josef Kallmeier ist die Auszeichnung "Ehre und gleichzeitig Beweis für gute Arbeit im Ausbildungsbereich".

Duale Ausbildung werde heutzutage oft belächelt, stellte Kallmeier fest. Dabei gebe es hier große Karrierechancen, in der Weiterbildung bis hin zum Ingenieur. Auch Seltmann könne sich dem Trend, dass immer mehr Schulabsolventen studieren wollen, nicht verschließen. "Während wir früher jährlich immer rund 400 Bewerbungen bekommen haben, ist es heute nur noch die Hälfte", bedauerte Kallmeier. Noch als "ausreichend" bewertet er die Situation im kaufmännischen Bereich. Dagegen gebe es "manchmal in den gewerblichen Berufen wie Industriemechaniker oder Industriekeramiker keine einzige Bewerbung".

Kallmeier machte auch auf eine andere Beobachtung aufmerksam: "Viele Bewerber haben Defizite in der Allgemeinbildung." Überlegt würden deshalb Einführungsschulungen zum Beispiel in den mathematischen Grundkenntnissen. Laut Kallmeier tun sich auch "manche Lehrlinge schwer, zwei oder drei zusammenhängende Sätze fehlerfrei zu formulieren". Würdinger zeigte sich hierüber weniger überrascht, denn "jetzt kommen auch die Schwächeren zum Zuge". Es sei noch gar nicht so lange her, dass es im Agenturbezirk in einem Jahr 2700 Bewerber gab, erinnerte er. Heute seien es über 1000 weniger.

Für 75 Prozent der Schulabsolventen mit und ohne Hauptschulabschluss habe die Arbeitsagentur ein Qualifizierungsangebot beim Übergang von der Schule in den Beruf, rechnete Würdinger vor. Diskutiert wurde bei der Zertifikatsverleihung auch die Frage, wie es im Wettbewerb um Auszubildende gelingen könne, für Bewerber attraktiv zu sein. "Wir fragen uns als Ausbildungsbetrieb permanent, wie wir noch besser werden können", sagte Kallmeier. Selbstverständlich seien auch Online-Bewerbungen möglich. Wichtig sei es zudem, den Kontakt zu den Jugendlichen aufrecht zu erhalten. Zum Beispiel zu erklären, "warum das Handy während der Arbeit weggelegt werden muss". Für den Agentur-Chef sind "Maßnahmen der Mitarbeiterbindung im Kampf um die Talente besonders wichtig". Wenn auch Mitarbeiter positive Botschaften über ein Unternehmen verbreiten würden, sei dies der beste Weg zur Gewinnung von Nachwuchskräften.

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