30.01.2017 - 18:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zuhause in Weiden „Betongold“: Mieten heben ab

Die eigenen vier Wände werden teurer. Die Quadratmeterpreise für neue Eigentumswohnungen marschieren stramm auf 3000 Euro zu. Noch mehr aber ziehen die Mieten an. Innerhalb des Jahres 2016 stieg etwa die Durchschnittsmiete bei der SGW Stadtbau um stattliche fünf Prozent. Tendenz nach oben.

Hier in Weiden-West gibt es die günstigsten Mietwohnungen der SGW Stadtbau. Allerdings sind die Nebenkosten hoch. Bild: Schönberger
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Das größte Wohnungsunternehmen der Stadt sei sich durchaus bewusst, dass es eine soziale Aufgabe wahrnehme, betont Geschäftsführer Günther Kamm. Die Möglichkeiten, die der Markt derzeit biete, würden deshalb nicht ausgereizt. Vielmehr versuche die SGW Stadtbau, "stabilisierend und dämpfend" auf die Mietpreiseinwicklung einzuwirken.

Auch "zweite Miete" steigt

Kamm nennt die absoluten Zahlen: Zum Jahrenbeginn 2016 lag die Durchschnittsmiete bei seinen rund 1800 Wohnungen bei 4,19 Euro pro Quadratmeter. Bis zum Jahresende erhöhte sie sich auf 4,35 Euro/Quadratmeter. "In ein paar Monaten werden wir sicherlich bei 4,40 Euro liegen." Darin spiegeln sich auch die gewaltigen Anstrengungen des Unternehmens wider, das seinen Wohnungsbestand mit hohem Aufwand saniert und modernisiert. Damit entwächst die SGW aber auch ihrem ursprünglichen Mieterstamm. Wohnen bei der Stadtbau (Slogan: "Zuhause in Weiden") ist heute kaum mehr für Bürger möglich, die auf "Transferleistungen" (wie etwa Hartz IV) angewiesen sind.

Die günstigste "Kaltmiete" finden die Weidener im großen, noch nicht generalsanierten Wohnblock im Pressather Wald. Mit 3,63 Euro pro Quadratmeter habe dort die SGW "echte Sozialwohnungen im Bestand".

Verlangt und bezahlt

Allerdings ist dort die "zweite Miete" mit Nebenkosten von 3,20 Euro pro Quadratmeter fast ebenso hoch wie die eigentliche Miete. Die Nebenkosten liegen bei der Stadtbau übrigens durchschnittlich bei 2,30 Euro pro Quadratmeter und Monat.
Auf dem "freien Markt" in Weiden seien Mieten um 4,40 Euro nur noch in nicht bevorzugter Lage und schlichter Ausstattung zu zahlen, erklärt Oliver Ludwig, Leiter der Immobilienabteilung der Volksbank Nordoberpfalz. Für "junge Wohnungen" in guter Ausstattung und Lage seien zwischen 6,70 Euro und 9,20 Euro pro Quadratmeter üblich. Hier wird kräftig in "Betongold" investiert. Im Appartementbereich würden über 10,20 Euro pro Quadratmeter "verlangt und bezahlt". Ludwig stellt weiterhin fest, dass es auf dem Mietwohnungssektor eine sehr gute Nachfrage der Interessenten gebe, die sich natürlich auch in der Entwicklung bei den Mieten niederschlage.

Diese Erfahrungen bestätigt Winfried Doll, Leiter der Immobilienabteilung der Sparkasse Oberpfalz Nord. Bei attraktiver Lage, moderner Ausstattung und zeitgemäßer Energieeffizienz seien bei Neubauten "langfristig und nachhaltig" deutlich über 7 Euro pro Quadratmeter zu erzielen. "Je kleiner die Wohnung, umso höher der Quadratmeterpreis." So seien 9,50 Euro pro Quadratmeter bei Appartements längst durchaus marktgerecht. Selbst im guten "Bestandsbereich" seien heute Mieten um 6,25 Euro pro Quadratmeter an der Tagesordnung. "Und zwar auch in Lagen, in denen man vor drei Jahren noch glücklich sein musste, wenn 5 Euro pro Quadratmeter gezahlt wurden."

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