27.08.2017 - 15:58 Uhr
Oberpfalz

Zwölfte Bayerisch-böhmische Musik- und Biernacht sorgt für volle Wirtshäuser Wo die Teufelsgeige ertönt

Mit schwungvollen Rhythmen, "Zwiefachen, Teufelsgeige, Blech und Kontrabass" zog die zwölfte Bayerisch-böhmische Musik- und Biernacht in ihren Bann. "Weiding tanzt", kommentierte das ein Gast und grenzte damit eine Stimmung ein, die es in der kleinsten Gemeinde im Landkreis nur einmal im Jahr gibt.

Die "Neisteder Zoiglmusi" überzeugte mit heiteren Liedern und animierte nicht wenige Zuhörer zum Tanzen. Bild: Gerhard Götz
von Gerhard Götz Kontakt Profil

Die Verantwortlichen vom Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) hatten wieder sechs Musikgruppen verpflichtet, die das bayerisch-böhmische Musikgefühl grenzenlos präsentierten. Im Gasthof "Zur Post" eröffnete eine moderne Gruppe den Reigen: "Frajara Putika" aus Pilsen blies den Volkstänzern am vorderen Tisch temperamentvoll, modern und kräftig rhythmisch in die Ohren.

"Jetzt könnt ihr eure ,Ourwatscheln' wieder aufrollen," stimmten nach einer halben Stunde ihre bayerischen Mitspieler, die "Neisteder Zoiglmusi", ein. "Bring mir Glück, Schornsteinfeger, bring mir Glück", war keine Anspielung auf die anwesende Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder oder ihre politischen Gegner, sondern Gruß und Wunsch für alle Gäste die immer wieder gerne bei diesem besonderen Musikereignis in Weiding dabei sind.

Das Dutzend der Veranstaltungen ist voll, und während in den Anfangsjahren mit Schönsee und Gaisthal auch andere Veranstaltungsorte mitwirkten, hat sich mittlerweile Weiding als perfekt herausgebildet. Kurze Wege zwischen den drei Gasthäusern, ideale Räumlichkeiten und eine solide Gastronomie sind zwischenzeitlich Teil der Musik- und Biernacht, wie auch manche Musikanten, die wiederholt dabei sind. Ob eine "Böhmische Kartoffelsuppe", ein Pilsener Biergulasch, ein Kürbiscreme-Süppchen oder Forelle, an kulinarischen Angeboten mangelte es wahrhaft nicht. Gäste aus Schwaben staunten über das Menü, das sich auch mit der Tugend der Sparsamkeit gut vertrug.

Die Qual der Wahl

Mit einer Eintritts-Spende von fünf Euro kann, wer will, zwischen den drei Wirtshäusern hin- und her pendeln. Er hat die Qual der Wahl, je nach Musikvorliebe zu verweilen. Im Landgasthof "Zum Frauensteiner" legte der "Rengschburger Musikantenstammtisch" gleich eine ganze Runde "Zwiefachen" auf, zogen so einige Tänzer im Taktwechsel zwischen die Tischreihen. Aus dem Chodenland ließen "Sedmihorka" klassische Klänge aus dem Nachbarland aus "vollem Blech" erklingen. Kontrabass, Gitarre und "Steirische" fügten "Die Z's" aus Schönsee zu einem musikalischen Wohlklang zusammen, der manchmal von den zwischenzeitlich angeregten Gesprächen an den voll besetzten Tischen fast verdrängt wurde. Dagegen traten dann die ebenfalls drei Musiker von "Ceský sraml" aus Pilsen kräftig an und übernahmen mit Teufelsgeige, Quetschn und Geige die Regie.

Schweiß und Bier

Bis um Mitternacht klang das grenzenlose Musizieren durch die geöffneten Fenster auf die erleuchtete Straße, ließ manchen Schweißtropfen über die Stirn und edlen Gerstensaft in durstige Kehlen rinnen. Gemeinsam wurde musiziert, gesungen und getanzt, geträumt von "Roten Lippen" und sinniert über "Mit 17 fängt das Leben erst an" - bis ermüdete Beine den Weg unterm schmalen Silbermond zurück in den Alltag führten.

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