200. Stammtisch beim Dorfwirt
Jubiläum bei den Musikanten

Geehrt wurden (von links) Georg Presl, Hellmut Zorn, Erika Preller, Sepp Ertl (hinten), Michael Leisner, Christa Bub und Hans Dittrich mit Wirt Dieter Roth.
Kultur
Weigendorf
28.12.2016
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Ein 200. Jubiläum: Andere brauchen viele Jahre, bis sie ein solches Fest feiern können. Dorfwirt Dieter Roth erreichte diese Marke mit seinen Musikantenstammtischen in nur 18 Jahren. Gefeiert wurde natürlich mit den Musikanten und Stammgästen im Wirtshaus.

Högen. Beim Rückblick vergaß Dieter Roth nicht die 26 inzwischen verstorbenen Teilnehmer: Still wurde es beim "Wahre Freundschaft" von Hans Dittrich und Sepp Ertl. Die beiden ehrte der Wirt mit einer Dankesurkunde und einem Biertragl. Für oftmalige Teilnahme erhielten auch Christa Bub, Erika Preller, Georg Presl, Michael Leisner und Hellmut Zorn dieses Geschenk.

Schönes Stück Kultur

Nach einer längeren Pause waren diesmal die beiden Fürther Marianne und Ernst Rummel wieder dabei und bekamen neben der Urkunde einen Holzteller. Der harte Kern der Zuhörer durfte sich ebenfalls über Urkunden freuen. Den offiziellen Teil sowie den folgenden Melodienstrauß verfolgte auch Bräu Anton Bruckmüller als gerngesehener Gast.

Die Kreisheimatpflegerin für Volksmusik, Martha Pruy, gratulierte zum Jubiläum und sprach allen weiter Mut zum musikalischen Brauch zu: Mit dem Schließen alter Wirtshäuser gehe dieses schöne Stück Kultur verloren. Umso mehr wünschte sie dem "musikantenfreundlichen Wirtshaus" noch eine lange Zeit .

Dann übernahmen die Musikanten die Regie. Hans Dittrich mit Akkordeon oder Geige und Sepp Ertl mit Klarinette oder Saxofon sind als Duo ein eingespieltes Team und bekannt für ihre Böhmischen. Sie nahmen auch Nachwuchskraft Kerstin Kilp am Akkordeon mit auf ihre Reisen. Die Hackstockmuse mit den drei Steierischen von Johannes und Christian Kempf sowie Christian Heldrich und dem Kontrabass von Hans-Jürgen Pickel ist bekannt für flotte Weisen. Den lockeren Verbund der Akkordeons von Christa Bub, Erika Preller und Michael Seiwerth oder die steierische Übermacht von Michael Leisner und dem Ehepaar Rummel begleiteten Hellmut Zorn (Gitarre) oder Georg Presl (Schlagzeug).

Zuhörer singen gern mit

So erklangen fast ohne Pausen Oldies und Evergreens, Volksweisen oder Tango, Moritaten und längst vergessener Lieder. Die Zuhörer belohnten dies alles mit viel Beifall und sangen auch gerne mit.

Wie alles begannDie damalige Kreisheimatpflegerin für Volksmusik, Evi Strehl, hatte die Erzmusikanten Heinz Hirsch und Erich Haller mit jungen Mitstreitern aus Ort und Nachbarschaft überredet, die alte Tradition des spontanen Musizierens auf den Wirtshausstühlen zur Unterhaltung der Gäste wieder ins Leben zu rufen.

Dies fand Anklang - und seitdem ist der letzte Donnerstag im Monat fester Termin für Hobbymusiker jeder Richtung - und natürlich auch für ihre Stamm-Zuhörer.

Die Seiten eines inzwischen dicken Buchs füllten sich so mit den Namen der Musikanten, die schon dabei waren - auf einer Achse zwischen Lauf und Hahnbach, also mit einer guten oberpfälzisch-mittelfränkischen Mischung. (fm)
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