28.02.2018 - 20:00 Uhr
Weigendorf

Bauantrag eines Högener Gastronomen sorgt für Diskussionsstoff im Gemeinderat Weigendorf Nur knappe Mehrheit für Erweiterungspläne

Haunritz. Kontroverse Diskussionen löste im Gemeinderat Weigendorf ein Bauantrag für eine große Maßnahme im Ortskern von Högen aus. Bedenken, welche Auswirkungen sie für die Bevölkerung haben würde, schlugen sich in einem knappen Abstimmungsergebnis nieder.

von Franz MüllerProfil

Bürgermeister Reiner Pickel präsentierte im Gasthof Alter Fritz das dicke Plangeheft eines Erweiterungsbaus des Gastronomen Jürgen Haas in Högen. Nach der Sichtung entspann sich ein Dialog zwischen dem Bürgermeister und den Räten der Wahlgemeinschaft (WG) Weigendorf. Fabian Bräutigam erinnerte an die Bauvoranfrage und bemängelte die Erhöhung des Baukomplexes. Das war aber nur ein Teil der Einwendungen aus den Reihen der WG. Hier waren von Platzmangel bei einem Feuerwehreinsatz, erhöhtem Lärm, Abluftbelästigung und Ausweisung neuer Parkplätze die Rede. Die massive Veränderung des Ortsbilds neben dem Baudenkmal der Hofmark wäre vom Denkmalamt zu prüfen.

Zu den einzelnen Vorstellungen verwies der Bürgermeister auf die Genehmigungsbehörde beim Landratsamt. Sabrina Weiß vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Neukirchen nannte ebenfalls die eingehende Prüfung der Bauvoranfrage durch das Amt. Die WG bestand darauf, dass ihre Einwendungen im Protokoll festgehalten werden. Knapp mit sechs gegen vier Stimmen erhielt der Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen.

Mit den gemeindlichen Finanzen hatten die Anträge der beiden Feuerwehren zu tun. Der gemeldete Jahresbedarf von Högen macht etwa 6000 Euro aus, der von Weigendorf rund 18 000 Euro. Gegenüber den Vorjahren sind das deutlich höhere Kosten. Zurückzuführen seien sie auf die neue Regelung von Verdienstausfällen bei Einsätzen und Schulungen, ergaben Nachfragen dazu. Es half nichts, der Gemeinderat musste in den sauren Apfel beißen.

Brückenbuch erforderlich

Zu den Tiefbauwerken im Gemeindebereich gehören die 16 Brücken von Gemeindestraßen über die drei Bäche. Um hier einen Überblick über Zustand und Dringlichkeit von Baumaßnahmen zu bekommen, wird ein sogenanntes "Brückenbuch" erforderlich. Ein Ingenieurbüro rechnet mit 1700 Euro Kosten, die im Haushalt unterzubringen sind.

Um das Rechnungswesen des Jahrs 2016 ging es bei den Feststellungen der örtlichen Rechnungsprüfung, die einige Punkte geklärt haben wollte. Der Bürgermeister gab die entsprechenden Auskünfte, und das Ergebnis wurde akzeptiert. Somit gilt die Jahresrechnung 2016 mit 1 664 117 Euro im Verwaltungs- und 913 955 Euro im Vermögenshaushalt als festgestellt. Die Konsequenz daraus war die Entlastung des Bürgermeisters.

Beim bereits abgeschlossenen Breitbandausbau kam das Einzelgehöft Unterlangenfeld nicht zum Zug. Die Nachbargemeinde Neukirchen will die Versorgung des nahen Anwesens Oberlangenfeld beantragen. Da wäre es sinnvoll, dass sich Weigendorf anschließt. Gemeinderat Thomas Dotzler regte an, auch den Weiler Hellberg für diese Restmaßnahme anzumelden. Weigendorf hat noch Freiraum für die 90-prozentige Förderung. Dies wird weiter verfolgt.

Mehr Geld vom Staat

Die Gemeinde muss dem Amtsgericht Vorschläge für Schöffen bei Strafverfahren und im Jugendbereich vorlegen. Die Anmeldungen sind bei der VG einzureichen. Die Schlüsselzuweisung ist heuer mit 431 000 Euro angekündigt, etwas mehr als 2017. Als Termin für die Bürgerversammlung ist Montag, 23. April, im Feuerwehrhaus Weigendorf vorgesehen.

Weiter war über die Bündelausschreibung für den Strombezug der Jahre 2020 bis 2022 zu beschließen. Den beiden Nachbargemeinden in der VG, Neukirchen und Etzelwang, folgte man mit dem Bezug von 100 Prozent Ökostrom ohne Neuanlagen.

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