14.03.2018 - 16:50 Uhr
Weiherhammer

Ansturm auf den Oldie-Tanzabend im Lohbachwinkel Schwofen und schwelgen

So manche Partnervermittlung kann von der Erfolgsrate, die der Lohbachwinkel bei der Eheanbahnung hat, nur träumen. Das Tanzlokal ist über Jahrzehnte eine der Eheschmieden in der Region. Es ist für viele Paare ein Ort voller Erinnerungen. Dementsprechend überrannt ist Lokal beim Oldie-Tanzabend.

Ein Höhepunkt ist der Auftritt des Duos "Rauhreif". Ulrike Rauch (links) und Gisela Reil (rechts) begeistern mit Schlagern aus den 50er und 60er Jahren und sind entsprechend gekleidet. Hauptakteure des Abends sind jedoch die "Lustigen Buam" unter Leitung von Michael Bertelshofer (links). Bilder: sei (4)
von Eva SeifriedProfil

Mit dieser Veranstaltung feierten Heidi und Wilfried Forster zugleich ihr 30-jähriges Betriebsjubiläum. "Wir haben auch den allerletzten Stuhl aus dem Keller geholt und entstaubt, so dass wir alle Gäste unterbringen konnten. Alle wollten mal wieder das Lohbach-Feeling erleben."

"Es ist so schön, ein Musikant zu sein", bestätigten die "Lustigen Buam" unter Leitung von Michael Bertelshofer mit Akkordeon, Roman Karl mit Bassgitarre, Lothar Kraus mit Gitarre und Reinhold Müller am Schlagzeug. Dass sie Freude an der Musik haben, sah man den Herren am Samstag an. Sie stehen schon 40 Jahre oder länger auf der Bühne. Es gab eine Ehrentanzrunde für alle Pärchen, die sich im Lohbachwinkel kennengelernt oder dort geheiratet haben. Passender Titel: "Aber dich gibt's zur einmal für mich." Unter den Tänzern war auch Karlheinz Parol mit Ehefrau. Seine Inge schnappte er sich, als sie im Lohbach mal Weinkönigin war.

Eifrige Tänzer waren auch Rudi Götz und seine Frau Gerlinde. Sie haben ihre Hochzeit im Lohbachwinkel gefeiert und freuen sich auf ihre goldene Hochzeit noch in diesem Jahr. Ursula Karl hat ihren Mann Heinz-Michael, einen Weidener, am 12. Februar 1972 beim Tanzen am Lohbach kennengelernt. Im Dezember 1973 war dann die Hochzeit.

"Nicht älter, nur reifer"

Ein anderes Ehepaar aus Weiherhammer war extra zum Oldie-Abend gekommen, weil die "Lustigen Buam" schon bei ihrer Hochzeit gespielt hatten. Anna Castro wohnte früher in Spanien, machte aber immer Urlaub in Weiherhammer und ging zum Tanzen in den Lohbachwinkel. Sie erinnerte sich auch noch an den Lohbach-Opa. Nun wohnt sie dauerhaft in Weiherhammer mit ihrem Lebensgefährten Klaus Klassen, ebenfalls Stammgast bei Forsters. Erinnert wurde auch an den früheren Leiter des Lohbach-Trios, Herbert Kraus, der leider schon gestorben ist. Seine Frau Hilde mit Töchtern sowie Sohn waren ebenfalls unter den Gästen und schwoften. Wie Reinhold Müller eben feststellte: "Wir sind nicht älter geworden, nur reifer." Aber einige Gäste bemerkten doch ihr etwas höheres Alter. "Früher liefen wir vom Parkplatz den Berg hoch wie nix, heute waren wir total aus der Puste, als wir oben ankamen", erzählten sie schmunzelnd. Auch die Mode hat sich etwas geändert. Damals, als Schlager wie "Marina", "Zwei kleine Italiener" oder "Schwarze Madonna" Hits waren, hatten die Damen meistens noch das "kleine Schwarze" oder fesche Cocktailkleider zum Tanz an.

Flotter Anblick

Heutzutage ist es legerer geworden. Die meisten Frauen kamen in Hose und sportlichem Oberteil, nur einige hatten sich entsprechend gestylt. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Duos "Rauhreif". Gisela Reil und Ulrike Rauch boten einen flotten Anblick in ihren Petticoat-Kleidern im Stil der 60er Jahre und sangen auch Schlager aus dieser Zeit. Sie erhielten viel Beifall für "Schöner fremder Mann" von Conny Francis oder "Sag mir quando" von Caterina Valente. Nach Mitternacht traten die beiden noch mal auf. Lohbach-Chef Forster und seine Schwester Heidi nahmen den Abend zum Anlass, um ihrem langjährigen Personal mit Blumen zu danken. "Wir haben in der Zeit an die 50 Lehrlinge ausgebildet", stellte Forster fest. Ein Teil des früheren Personals hatte sich unter die Gäste gemischt. Immer noch im Dienst seit länger als 30 Jahren sind Brigitte Maier und Elfriede Feuerer sowie seit 43 Jahren Martha Janner. Die Damen nahmen erfreut ihre Sträuße in Empfang und arbeiteten dann gleich weiter. Sie hatten vorher schon schlaflose Nächte, als sie vom Ansturm auf den Lohbach gehört hatten, erzählten sie.

Von der ersten bis zur letzten Minute um 1.30 Uhr war die Tanzfläche bevölkert. Die Paare tanzten sogar zwischen den Tischen. Alle Gäste baten den Wirt um Wiederholung des Tanzabends und hinterließen für eine Benachrichtigung sogar ihre Telefonnummern. Forster schien nicht abgeneigt zu sein. Im Herbst oder spätestens im nächsten Frühling soll wieder geschwoft werden.

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