20.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiherhammer

Bruder Veritas derbleckt beim Starkbierfest deftig die Politiker Oetzingers Dackelblick

In vino veritas. Doch nicht nur im Wein liegt Wahrheit, sondern auch im Starkbier. Dies erfuhren die Besucher des Starkbierfests der Scheibenschützen. So blieb Bruder Veritas bei seiner Fastenpredigt seinem Ordensnamen treu und sprach so manche unangenehme Tatsache an. "Das Bürgerfest ist ein schöner Erfolg gewesen, auch dass es direkt an der Ortseinfahrt stattgefunden hat - oder war es doch die Ortsmitte, wie die Gemeinderäte immer behaupten? Aber das kann ja auch nicht sein, weil in der Ortsmitte wäre ja der Festplatz, und das Jubiläumsfest war ja am Beckenweiher", sinnierte Veritas.

Bruder Veritas liest den Politikern ordentlich die Leviten. Bild: bk
von Siegfried BockProfil

Er ging auf die Gebührenerhöhung bei der Müllabfuhr ein. Bis zu 57 Prozent betrage die Steigerung, doch in den Bescheiden sei zu lesen, dass dies nicht auf die Einführung der Biotonne zurückzuführen sei. "Lieber Landrat samt Mitarbeitern, für wie blöd haltet ihr uns eigentlich?"

Hart ins Gericht ging Veritas auch mit dem Manteler Bürgermeister, "der mit treuem Dackelblick hinter Söder herläuft". "Mir kommt's ja so vor, als hätte er schon vor zwei Wochen auf dem Nockherberg mitgemacht, als einer der drei JU-ler mit EL-Marco-Schildern."

Der Prediger prangerte die Landes- und Bundespolitik an. "Da gibt es Wahlplakate der CSU, auf denen steht: ,Soli abschaffen'. Ja, warum habt ihr das dann nicht in den letzten Jahren gemacht?" Auch die Opposition bekam ihr Fett weg. "Da braucht ihr Monate, um nach der Wahl festzustellen, dass ihr gar nicht regieren wollt. Liebe Leute, warum kandidiert ihr dann überhaupt? Ich weiß schon, es geht euch nur um den eigenen Vorteil, mit Diätenerhöhungen immer mehr den eigenen Säckel zu füllen. Aber die Kilometer-Pauschale für einen Fernpendler aus der finsteren Oberpfalz wird nicht erhöht, eher schon der Benzinpreis."

Zum Ende seiner fast 30-minütigen Predigt ging Veritas auf die Landtagswahl im Herbst ein. "Dann kommen die Kandidaten wieder in Scharen und buhlen um eure Stimmen. Zeigt ihnen doch mal, wo der Bartel den Most holt!" Versöhnlich meinte er dann: "Ihr habt es in der Hand, die Zukunft zu gestalten. Lassen wir uns also nicht entmutigen, auch wenn Karl Valentin einmal sagte: ,Früher war die Zukunft besser'."

Zur Verdauung der Fastenpredigt stärkten sich die Besucher, unter ihnen viele Schützen aus Kaltenbrunn, mit Brotzeiten und Starkbiersorten .

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